"Vorbeugen - erkennen - richtig reagieren" sind für Mechthilde Wittmann die Stichworte, mit welchem sich kleine und große Betriebe wie auch kommunale Verwaltungen gegen zunehmende Kriminalität im Netz wehren können.

"Mit der wachsenden Digitalisierung nimmt auch die Cyberkriminalität zu und verursacht Milliardenschäden", meinte Peter Brehm eingangs des Unternehmer-Frühstücks, zu dem er als Vorsitzender der Mittelstands-Union der CSU (MU) im Kreisverband Erlangen-Höchstadt gemeinsam mit dem Stimmkreisabgeordneten im Bayerischen Landtag, Walter Nussel, eingeladen hatte.

Passwortkreativität gefragt

In Zeiten gravierender Veränderungen des Wirtschaftslebens sei die IT-Sicherheit in Unternehmen "ein spannendes Thema, das wohl allen Verantwortlichen auf den Nägeln brennt". Nussel hatte deshalb die ehemalige Landtagsabgeordnete der CSU und jetzige Sicherheitschefin der Flughafen München GmbH ("Chief Compliance Officer"), Mechthilde Wittmann, als Gesprächspartnerin vermittelt. Bei dem "Unternehmen mit kritischer Infrastruktur" federführend zuständig von der Zugangskontrolle über Computersicherheit bis zum Risikomanagement, konnte sie anhand praktischer Beispiele eine ganze Reihe von Tipps zur Vorbeugung, Problemerkennung und Risikominimierung geben. Nahezu alle denkbaren Anwendungen zur Datenverarbeitung sind nach Angabe von Wittmann Einfallstore für Kriminelle. Neben Routern, USB-Sticks und Internet-Clouds zählte sie dazu auch WLAN-Fallen und Online-Übersetzungsprogramme.

Sie riet dazu, auch bekannten E-Mail-Absendern nicht automatisch zu vertrauen und sich vor jedem Öffnen von Anhängen über die Absender-Identität zu vergewissern. "Auch Passwörter bieten keine absolute Sicherheit." Die meisten könnten in Sekundenschnelle geknackt werden. Wittmann riet hier zu mehr "Kreativität": Passwörter sollten möglichst in keinem Wörterbuch zu finden sein; dazu biete neben einer Kombination mit Ziffern und Zeichen "auch der Dialekt eine Fülle von Möglichkeiten".

Herausforderung für Wirtschaft

Die Mittelständler waren sich darin einig, dass Cyberkriminalität inzwischen ein Massenphänomen und enormes Risiko für die Wirtschaft sei.

Mit den Herausforderungen der Digitalisierung befasst sich auch Peer Höfling als Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Versicherungsmakler. Höfling zeigte auf, wie finanzielle Folgen durch digitale Erpressung oder Betriebsunterbrechung abgesichert werden können.

Zum zwölften Mal hatte Walter Nussel gemeinsam mit der MU zum "Unternehmer-Frühstück" eingeladen. Auch als Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für Bürokratieabbau sei er darauf angewiesen, "die jeweils aktuellen Sorgen und Nöte von Handel, Handwerk und Industrie aus erster Hand zu erfahren". In Sachen überzogener Bürokratie habe er zwar schon manches bereits im Vorfeld verhindern können, aber beispielsweise allein durch die Klimadebatte befürchte er eine neue "Auflagenflut" auf die Unternehmen zukommen.

Auch wenn so manche Vorgaben und Regeln durchaus Sinn haben können, dürfe aber "der Bogen nicht überspannt werden". Am Beispiel der geplanten Verpflichtung zur Ausgabe von Kassenbons auch für Kleinsteinkäufe machte Nussel deutlich, dass nicht selten die Verhältnismäßigkeit verloren gehe: "Wir müssen wieder mehr den gesunden Menschenverstand einsetzen." pmw