Während die Partei rätselt, ob der Vorsitzende Horst Seehofer nun seinen Rücktritt angekündigt hat oder nicht, meldete sich am Sonntagvormittag Hans Michelbach zu Wort. Der Coburger Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union, bezeichnete die Personaldiskussion in der Partei als "kontraproduktiv", sie würde "zur Unzeit" geführt. Im Vordergrund müsse jetzt die Regierungsbildung stehen, erst danach könne es um die inhaltliche und personelle Aufstellung der CSU gehen. Michelbach nannte es erforderlich, einen Parteitag einzuberufen, um die Basis bei der Klärung der parteiinternen Fragen einzubeziehen. Der stellvertretende Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag erklärte, angesichts der zeitlichen Vorgaben der Landesverfassung dürften die Koalitionsverhandlungen nicht durch Personaldebatten beeinträchtigt und überlagert werden. "Es geht jetzt um die Zukunft des Freistaates. Deshalb muss die Partei erst einmal zurückstehen." Bei den Koalitionsverhandlungen müssten alle Teile der Partei einbezogen werden, forderte Michelbach weiter. "Wir brauchen ein Ergebnis, hinter dem am Ende die gesamte CSU steht." red