Mit einem 4,5:3,5-Sieg beim RMV Concordia Strullendorf ist der Schachklub Michelau in die Bezirksliga-Saison gestartet. Der Michelauer Mannschaftsführer Andreas Schüpferling peilt mit seinem Team umgehend den Wiederaufstieg in die Bezirksoberliga an. Mit dem Sieg in Strullendorf, wo die Spieler durch Tanzmusik aus der benachbarten Concordia-Halle in ihrer Konzentration ab und an gestört wurden, machten die Michelauer den ersten Schritt.

Nach nur 24 Zügen kam die gute Nachricht von Routinier Bernd Stammberger. Er gewann gegen Thomas Larisch schlicht und einfach eine Figur, weil dieser sie einstellte. Zu dieser Zeit sah es an allen Brettern gut für den Gast aus. Doch dann übersah Edgar Schaller gegen Bernhard Nüßlein in hoffnungsvoller Endspielstellung eine leicht zu kalkulierende Springergabel. "Ich hab's die ganze Zeit gesehen - so was Blödes", kommentierte der Michelauer. Doch nicht nur der Vorsprung war dahin, auch deuteten sich an weiteren Brettern Niederlagen an. Lange blickten Mannschaftskollegen optimistisch auf das Brett von Andreas Schüpferling. Doch am Ende war es der Strullendorfer Robert Schmidt, der durch geschicktes Lavieren eigene Freibauern siegreich zur Umwandlung brachte. Gut, dass Alfons Schüpferling hingegen punktete, noch dazu mit den schwarzen Steinen.

Bei Kurt-Georg Breithut sorgte die Leichtfertigkeit seines Gegners Josef Both für eine entspannte Partie, die der Michelauer in einem Bauern-Turm-Endspiel souverän gewann.

Eine Enttäuschung gab es dafür bei Gert Grüner, denn eine gute Stellung versandete bald im Remis. Währenddessen litt Youngster Benjamin Zerr an zwei Bauernschwächen, die der Ex-Seubelsdorfer Harald Schulze zu massieren wusste. Zerr musste am Ende aber doch Lehrgeld zahlen, denn eine taktische Finesse, die Remis-Chancen bot, fiel ihm nicht auf. Im materialreduzierten Endspiel eroberte Schulze schließlich gewinnbringend Material.

Den Siegpunkt für Michelau erzielte Markus Häggberg, der knapp zwei Stunden auf Gewinn stand. Von der Eröffnung an nahm er Günter Hofmann den Raum zu sinnvollen Manövern und bereitete in aller Ruhe einen Angriff auf dessen König vor. In völlig verlorener Stellung spielte Hofmann aber weiter und verbrauchte viel Zeit. Zwar hat jeder Spieler das Recht, seine Bedenkzeit zu verbrauchen, doch gilt es im Schach mitunter als unhöflich, in eindeutiger Stellung nicht aufzugeben. So konnte es sich Häggberg nicht verkneifen, nach Hofmanns Aufgabe launig bei diesem anzufragen, ob dieser womöglich auf einen Schlaganfall bei ihm (Häggberg) gewartet habe. Dies sorgte für kurze Entrüstung beim Strullendorfer. MH