"Die Jugendjahre waren sehr hart, doch ansonsten bin ich mit meinem Leben im Großen und Ganzen zufrieden", sagt Michael Reinwand aus Augsfeld, der am gestrigen Dienstag seinen 90. Geburtstag feierte. Dazu gratulierten neben den acht Kindern, sechs Enkeln und vier Urenkeln auch der stellvertretende Landrat Michael Ziegler und Bürgermeister Günther Werner ganz herzlich.
In Augsfeld geboren, begann Michael Reinwand 1942 seine Ausbildung zum Huf- und Wagenschmied bei Anton Burger in Krum. Doch im August 1944 musste er die Lehrzeit unterbrechen, da er als Flakhelfer auf die Gochsheimer Höhe einberufen wurde. Von Dezember 1944 bis März 1945 leistete er seinen Arbeitsdienst in Budweis und Prag, bevor er zu den Panzergrenadieren in Coburg wechseln musste. Nach dem Rückmarsch an den Chiemsee geriet er in amerikanische Gefangenschaft, die er in Bad Aibling und Ulm verbrachte. Im August 1945 kehrte er nach Hause zurück und beendete im April 1946 seine Ausbildung. Anschließend arbeitete er in Bamberg, Unterspiesheim, Augsfeld, Zeil und Nordheim. Von 1950 bis 1960 war er als Monteur bei Schuster & Schmidt in Schweinfurt und von 1960 bis zu seinem Ruhestand 1986 in der Zuckerfabrik in Zeil tätig.
Bereits 1953 heiratete er Rita Karl aus Zeil, die er beim Tanz beim Göller kennengelernt hatte. Das Paar bekam drei Töchter und fünf Söhne. Rita Reinwand starb 2015 kurz vor ihrem 85. Geburtstag.


Hobbys und Schwedenkräuter

Michael Reinwand ging früher gerne zum Angeln, war Gründungsmitglied des Anglervereins Augsfeld und einige Jahre dessen Vorsitzender. Außerdem spielte er Fußball beim FC Augsfeld, den er ebenfalls kurze Zeit leitete. Weitere Funktionen hatte er im Verschönerungsverein, beim TV und im Kindergartenverein Augsfeld inne. Noch heute arbeitet er gerne im Garten, zieht Gemüse und Salate, kocht das Gemüse ein und hält sich mit Obst und Gemüse fit. Er versorgt sich größtenteils selbst, erhält aber im Haushalt Hilfe von seinen Kindern. Zu seinen Beschäftigungen zählen ferner das Spazierengehen und das Lesen. Darüber hinaus sieht er gerne Sportsendungen und Naturfilme im Fernsehen.
Dass er ein so hohes Alter erreicht hat, führt er unter anderem auch auf Schwedenkräuter zurück, die er seit 40 Jahren täglich einnimmt. Dabei ereilte ihn mit zehn Jahren ein Unglück, an das er sich noch heute genau erinnert: "Ich wurde damals vom Backofen verschüttet und hatte schon mit meinem Leben abgeschlossen", berichtete er. Nur das beherzte und schnelle Eingreifen einiger Männer rettete ihm das Leben. ul