Die Ehrung kam völlig überraschend für den Jubilar. Noch kürzlich hatte man im Dorf Kirchweih gefeiert und dabei war kein Wort von einer Würdigung gefallen. Auch die Enkelin Sophia, die im Pfarrgemeinderat sitzt, verriet kein Wort. Umso überraschter war Edgar Steinmetz, der demnächst 80 Jahre alt wird, von seiner Ehrung für 55 Jahre Mesnerdienst in der katholischen Kirchengemeinde in Hofstetten. "Ich hab von gar nix gewusst", sagt der rüstige Rentner, "das war eine schöne Überraschung."


Eine Lebensaufgabe

Eigentlich hatte Steinmetz sein Ehrenamt damals nur übernommen, weil es Unstimmigkeiten in der Gemeinde gab. Er sprang ein - und daraus wurde eine Lebensaufgabe. Bis heute hat der Hofstettener Spaß daran, vor allem an der Arbeit mit den Ministranten. Acht sind es aktuell. "Vielleicht kommen nach der Kommunion im nächsten Jahr noch weitere dazu", meint der langjährige Kirchendiener.
Ab und an unterstützt ihn Enkelin Sophia. Über seine Nachfolge macht er sich aber noch keine Gedanken. "Wer weiß, wie lange wir die Kirche hier überhaupt noch haben", meint er.
Pater Rudolf Theiler, Stadtpfarrer aus Ebern, war zur Kirchenstiftung "St. Anna" in Hofstetten gekommen, um mit den Christen dort das Annafest zu feiern. Dem Festgottesdienst folgte ein Umgang durch das festlich geschmückte Dorf.
Das Fest nutzte die Kirchenverwaltung, um sich bei Mesner Steinmetz und Frieda Seelmann, die seit 30 Jahren für den Blumenschmuck sorgt, zwei Personen aus der Kirchengemeinde für ihren langjährigen und zuverlässigen Dienst zu bedanken.


Beispielhafter Dienst

Pfarrer Rudolf Theiler, über gab an Edgar Steinmetz eine Dankesurkunde des Bischofs von Würzburg. Franz Jung würdigt darin das Engagement für 55 Jahre als Mesner in der St. Anna-Kirche in Hofstetten. Theiler lobte, dass Edgar Steinmetz eifrig, freundlich und zuverlässig einen beispielhaften Dienst verrichte.
Auch die Kirchengemeinde bedankte sich bei Edgar Steinmetz für "etwas nicht Selbstverständliches", wie Andreas Schmitt stellvertretend für die gesamte Kirchengemeinde, sagte. "Edgar ist seit 55 Jahren als erster an den unzähligen Gottesdiensten, Andachten und Rosenkränzen in der Kirche und er
hat stets für einen guten Ablauf gesorgt", lobte das Kirchenverwaltungsmitglied. Am Ende eines jeden Gottesdienstes komme alles wieder an seinem Platz, und "Edgar ist der Letzte, der das Gotteshaus verlässt und wieder abschließt." Nicht zu vergessen seien die vielen Ministranten, die er während seines 55-jährigen Dienstes stets vorbildlich mit ausgebildet habe und die er immer in ihren Aufgaben unterstütze. Schmitt sprach von einem "großartigen Dienst", den Steinmetz noch viele Jahre weiterführen möge.
Frieda Seemann sorgt sich seit über 30 Jahren um den Blumenschmuck und verschönert somit stetig die Kirche in Hofstetten. Auch sie erhielt eine Dankesurkunde vom Bistum Würzburg. Andreas Schmitt übergab einen Blumenstrauß. eki