Zwei Ereignisse stehen der Feuerwehr Kirchlauter am kommenden Wochenende ins Haus: Das eine ist die Segnung des neuen Löschfahrzeuges und das andere die Einweihung des renovierten Gerätehauses. Damit wird ein Schlussstrich unter zwei langwierige Projekte gezogen, mit deren Verwirklichung die Wehrleute eine neue Arbeitsgrundlage erhalten haben.

Die Beschaffung des neuen Feuerwehrautos war doch langwieriger und komplizierter als gedacht. Für die FFW Kirchlauter war nämlich die Kröte zu schlucken, dass ihr bisheriges Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) nicht ersetzt wurde, sondern sie auf das deutlich kleinere Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) umsatteln musste. Dabei mussten die verringerten Zulademöglichkeiten optimal ausgenutzt und moderne Geräte ausgewählt werden. Während die meisten TSF-W-Fahrzeuge zwischen 600 und 800 Liter Löschwasser aufweisen, hat Kirchlauter jedoch 1000 Liter an Bord, was im ländlichen Raum mit seinen Flächenbränden während der Erntezeit durchaus einen Mehrwert darstellt.

Rettungssatz fehlt

Zur Entdeckung von Glutnestern dient eine Wärmebildkamera, für eine sogenannte Rauchgasentlüftung bei Gebäudebränden sorgt ein kraftvoller mobiler Lüfter und mit einem Defibrillator kann bei Anzeichen von Herzversagen unmittelbar geholfen werden, bevor ein Rettungswagen eintrifft.

Die Kirchlauterer sind auf diese durchdachten Lösungen richtig stolz und freuen sich, nach Jahren der Diskussion nun mit ihrem Fahrzeug auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Allerdings vermissen sie in ihrem Auto aufgrund der Gewichtsbeschränkung schmerzlich einen Rettungssatz mit hydraulischer Schere und Spreizer, um demolierte Autos zu öffnen.

Für die FFW Kirchlauter war es nun undenkbar, das neue Auto in eine alte Garage zu stellen. Deshalb wurde seit Jahresanfang das Gerätehaus, unterstützt durch den gemeindlichen Bauhof, renoviert. Hier ist nun fast nichts mehr wie vorher: Die Raumaufteilung im Mannschaftsbereich wurde gänzlich umgestaltet, Wände und Böden wurden überarbeitet. Dies geschah nach dem Motto "Die Feuerwehr ist nicht nur zur Stelle, wenn die Sirene ertönt, sondern baut sich auch ihr Haus selbst um".

Ganz neue Führung

Gleichzeitig wurde auch eine komplett neue Führung der Ortsfeuerwehr gewählt. Neuer Kommandant ist nun Frank Brem, Zweiter Kommandant Andreas Jakubka und ein weiterer Stellvertreter Martin Fuchs. Die neue Führung hat ihre Ziele schon kundgetan, und nach diesem Fest soll die nächste modulare Truppmann-Ausbildung mit sieben Teilnehmern erfolgen. Außerdem will man eine Kinder- und Jugendfeuerwehr für das Dorf auf die Beine stellen, und auch beim erwachsenen Personal wird eine Aufstockung als dringend nötig erachtet.

Eine gute Idee war es, dass nicht nur die Neubeschaffung des Löschfahrzeuges, sondern auch die Neuanschaffung eines Mannschaftstransportwagens (MTW) ins Auge gefasst worden war. Auch dieser Anschaffung steht nun nichts mehr im Wege, denn es wurden auch die Zuschüsse zugesagt, zumal der Feuerwehrverein Kirchlauter seine Zusage gegeben hat, dieses Projekt mit 15 000 Euro zu unterstützen.

"Wir bauen uns eine Feuerwehr, und mögen wir helfende Hände und motivierte Mitmacher finden", meinte der neue Kommandant und verwies aber auf eine Zeit, in der es nicht leicht sei, junge Menschen für das Ehrenamt zu begeistern.

Das Festprogramm

Am Sonntag, 16. September, beginnt das Festprogramm mit der Andacht und Weihe sowie den Grußworten von Vorsitzendem Reinhold Stöhr, Bürgermeister Karl Heinz Kandler und Kommandant Frank Brem. Anschließend finden Ehrungen durch Landrat Wilhelm Schneider und die Feuerwehrdienstaufsicht statt. Danach gibt es ein Kinderprogramm und musikalische Unterhaltung durch die "Haßbergkapelle Kirchlauter". Fahrzeugbesichtigungen und ein Auftritt der Tanzgruppe Pettstadt schließen sich an. Für das leibliche Wohl der Gäste ist ebenfalls gesorgt.