Der Nachtrag der Firma Franz Lischke Straßenbau für den Anschluss der Wasserversorgung Gumpersdorf an die Rodacher Gruppe war kurzfristig auf die Tagesordnung genommen worden. Diskussionen dazu gab es bei der letzten Gemeinderatssitzung in diesem Jahr nicht. Insgesamt 11 960 Euro mehr als im abgegebenen Angebot wird der Auftrag kosten, erklärte Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD).

Hintergrund ist, dass der Übergabeschacht im Bereich des Ortsteils Ramscheid größer dimensioniert werden muss. Dies verursacht Mehrkosten in Höhe von 6708,14 Euro. Doch damit nicht genug. Der vorgefundene Boden entsprach in Teilbereichen nicht den Erwartungen. Aus diesem Grund müsse Frostschutzmaterial in den vorhandene Rohrgraben als Schutzschicht eingebaut werden. Die Folge: Mehrkosten in Höhe von 4.739,89 Euro. Außerdem sind zwei Flanschrohre an einem Unterflurhydranten eingebaut worden. Dies sorgt dafür, dass der Abstand zwischen dem Wasserschieber und dem Unterflurhydranten vergrößert wird. Mehrkosten: 512,50 Euro. Einstimmig genehmigten die Untersteinacher Gemeinderäte den Nachtrag.

Nicht nur die Wasserversorgung in Gumpersdorf beschäftigte die Räte in der letzten Sitzung des Jahres, sondern auch die Wasserversorgung allgemein. Bürgermeister Volker Schmiechen ging auf die Anliegen der Bürger während der zweiten Bürgerversammlung ein. Tobias Eichner hatte sich nach dem Gehalt von Aluminiumsulfat im Wasser der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) erkundigt. Schmiechen verlas den Antwortbrief der FWO, die darin betont, dass das Wasser aus der Talsperre weit unter den Grenzwerten liege. "Der Aluminiumsulfatgehalt liegt bei weniger als einem Zehntel des Grenzwertes", sagte Reiner Seiffert (CSU) und betonte: "Wir können auch sagen, dass der Arsengehalt beim FWO-Wasser bei 0 liegt und beim Brunnen nicht."

Gemeinderat Markus Weigel (WGU/FW) hatte einen Antrag auf die alljährliche Begehung und Straßenzustandsbegutachtung der Ortsstraßen durch den Gemeinderat gestellt. "Im gesamten Straßennetz von Untersteinach klaffen stellenweise große Risse und Löcher. Manche Straßen im Ort gleichen aufgrund ihres äußerst schlechten Zustandes im Ansatz einer Mondlandschaft", monierte Weigel. Im Antrag hatte er erklärt, dass möglicherweise Gelder vom Staat fließen könnten als Ausgleich für die abgeschaffte Straßenausbaubeitragssatzung. Dies sei nicht der Fall, stellte Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) richtig und merkte an, dass Untersteinach so eine Satzung ohnehin nicht hatte. Deshalb könnten auch keine Ausgleichsgelder fließen.

Zudem müsse man erst ein Gesamtkonzept zur Sanierung des Leitungsnetzes ausarbeiten, ehe Straßen saniert werden. "Wenn wir vorab Geld für eine Asphaltierung ausgeben, ist das doch kontraproduktiv", so Schmiechen. Nach seinen Worten warte die Gemeinde auf konkrete Aussagen des Ingenieurbüros BaurConsult hinsichtlich des Sanierungs- und Austauschbedarfs der Abwasserleitungen.

Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) blickte auf viele Entscheidungen zurück. Der Bau der Ortsumgehung liege im Zeit- und Kostenrahmen, die Straße nach See sei wieder befahrbar. Auch der Bau der Hummendorfer Brücke und der Anschluss Gumpersdorfs an die Rodacher Gruppe seien Meilensteine gewesen. "Die Trinkwasserversorgung war der Dauerbrenner und wird uns sicherlich noch weiter beschäftigen", sagte Alfred Vießmann (UBG).

Kritik am Stil der WGU übte die Fraktionsvorsitzende der SPD Untersteinach, Cornelia Wehner, bei ihrem Jahresrückblick. "Nicht alle Aufgaben können von heute auf morgen angepackt werden. Für mich ist die Unsachlichkeit, mit der der Bürgermeister angegangen wurde, nicht nachvollziehbar", so Wehner. Kopfschütteln bereitete ihr die Weihnachtspost der WGU, der der Schriftverkehr mit dem Bürgermeister beigelegen war. "Das verfehlt doch den Sinn der Weihnacht", sagte Wehner und wünschte sich, "Zeit zu schweigen".

Auch der CSU-Fraktionsvorsitzende Reiner Seiffert zog Bilanz: "Ich wünsche mir von den Zuhörern, dass sie unsere Argumente zu würdigen wissen und nicht persönlich werden, sondern bei sachlichen Einwürfen bleiben." Die Räte dankten Bürgermeister Volker Schmiechen und der Verwaltung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Markus Weigel (WGU) hatte "keinen Bedarf" für ein Schlusswort oder weihnachtliche Wünsche.