Die Erlanger Bürger haben sich gegen vorbereitende Untersuchungen für einen neuen Stadtteil im Stadtwesten ausgesprochen. Beim Bürgerentscheid am Sonntag stimmten laut Schnellmeldungen 54,3 Prozent mit Nein, so dass die im Mai vom Stadtrat beschlossenen Untersuchungen nicht fortgeführt werden können. Insgesamt 51 923 Abstimmungsberechtigte nahmen an der Abstimmung teil, die Beteiligung lag somit bei 62,5 Prozent. Das amtliche Endergebnis soll bis Mittwoch vorliegen.

Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) zeigte sich enttäuscht über den Ausgang des Entscheids: "Demokratie bringt auch Niederlagen und dieses - wenn auch knappe - Abstimmungsergebnis ist eine Niederlage. Die Untersuchungen sind Teil einer vorausschauenden Stadtplanung, die nicht kurzfristig auf den nach wie vor steigenden Druck auf den Wohnungsmarkt reagiert". so Janik. Es sei den Stadtoberen nicht gelungen, das klar zu machen. "Der Stadtwesten ist der einzige Bereich in Erlangen, in dem längerfristig noch Stadtentwicklung möglich ist. Durch den Entscheid steht jetzt das Instrument der vorbereitenden Untersuchungen, das für alle einen rechtlich klar geregelten und transparenten Rahmen geboten hätte, auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung", ergänzte er.

Instrumente wie die auf den Weg gebrachte kommunale Mietpreisbremse würden nun noch wichtiger werden, um die Teuerungen auf dem Erlanger Wohnungsmarkt zumindest etwas abzumildern, so der Erlanger OB weiter.

"Ich danke allen Menschen, die sich mit großem Engagement an der Debatte beteiligt haben. Mein besonderer Dank gilt allen ehrenamtlichen Helfern sowie den Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die heute für die reibungslose Durchführung des Bürgerentscheids gesorgt haben", sagte Janik abschließend. red