Zum Artikel: "Bei Schäufele dem Wind gelauscht" im Fränkischen Tag vom 13. August:: Zwei Sachen stören mich an dem Artikel: 1. Warum werden immer wieder Äpfel mit viel zu großen Birnen verglichen? Richtig ist, dass ein einzelnes Windrad die Umwelt im Vergleich zu einem Atomkraftwerk nicht nachhaltig schädigt. Jedoch müssten im Vergleich zu dem abgeschaltetem Meiler Grafenrheinfeld 2800 Windräder vom Typ des Windparks Steigerwald aufgestellt werden. Berücksichtigt man noch die über das ganze Jahr auftretenden Flauten, müssten mindestens 10 000 Windräder als Ersatz für Grafenrheinfeld installiert werden.

2. Um den Bau von Windrädern zu ermöglichen, fordert die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt die Abschaffung von 10H in Bayern. Ein Blick in das 10H-freie und grüne Nachbarbundesland Baden-Württemberg zeigt, dass aufgrund des neuen Ausschreibungs-EEG im Jahr 2017 nur ein einziges Windrad genehmigt wurde! In den Jahren 2014 bis 2016 wurden noch 395 Windrädern die Genehmigung erteilt (Quelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg).

Ich nehme mal an, dass Frau Schmidt sich aus Gründen des Klimaschutzes so vehement für mehr Windräder einsetzt. Noch mehr Windräder in Deutschland sind für einen effektiven Klimaschutz denkbar ungeeignet. Von 1989 bis zum Jahr 2009 ist es gelungen, den CO2 -Ausstoß in Deutschland langsam, aber stetig zu senken. Seit Anfang 2009 wurden in Deutschland fast 10 000 neue Windräder errichtet, der CO2 -Ausstoß stieg jedoch seitdem wieder leicht an.

Der Grund dafür: Durch die oben beschriebenen Flauten kommt es immer wieder vor, dass die vielen Windkraftanlagen in ganz Deutschland ausfallen bzw. nur sehr wenig Strom erzeugen. Dann müssen die alten konventionellen Kraftwerke (vorwiegend Braunkohle) einspringen und stoßen massenhaft CO2 aus.

Die Folgen sind klar: Mit noch mehr Windrädern benötigen wir noch mehr schmutzige Reservekraftwerke, die dann im wahrsten Sinne des Wortes die "Drecksarbeit" verrichten müssen!

Gabi Schmidt kann natürlich ganz entspannt die Abschaffung der 10H-Abstandregel fordern, genießt sie doch an ihrem Wohnort Voggendorf fast ein "25-H", denn das nächste Windrad mit einer Höhe von 196 Metern steht in der Nähe von Arnshöchstadt! Erich Weichlein

Wachenroth