Zungenbrecher sind die Begriffe Starkregenereignisse und Sturzflutrisikomanagement für den einen, für den anderen klingen diese Wortungetüme nach den biblischen sieben Plagen. Teuer zu stehen kommen Starkregenereignisse die Gemeinde Memmelsdorf und ihren Bürger aber allemal, wenn man seitens der Gemeindespitze und des Rates nicht beizeiten aktiv wird.

Die Ausläufer des Klimawandels haben längst auch das Frankenland erreicht. Während die unterfränkischen Winzer ungenügende Niederschlagsmengen beklagen, müssen Gemeinden in Oberfranken, so auch Memmelsdorf, mit immer häufiger auftretenden Starkregenereignisse zurechtkommen. Das hat zur Folge, dass man sich, wie zuletzt der Memmelsdorfer Gemeinderat, mit neuen Aufgaben der sogenannten Daseinsvorsorge und -sicherung befassen muss. Das vom Bamberger Ingenieurbüro Stadt-Land-Fluss dem Ratsgremium vorgestellte Sturzflutrisikomanagement ist kommunale Daseinsvorsorge und -sicherung auf mittelfristige Sicht.

Die Starkregenereignisse im Monat Mai unterstreichen allerdings auch die Weitsichtigkeit von Verwaltung und Rat, die gemeinsam mit dem Ingenieurdienst Stadt-Land-Fluss ein Sturzflutrisikomanagement anstoßen wollen.

Als Aufforderung an die Bürger darf man die vorbereitenden Analysen von Stadt-Land-Fluss für ein hydrologisches Modell zum Gemeindegebiet Memmelsdorfs auch begreifen. Gemeindeverwaltung und Bürger sollten, so die Aufforderung der Ingenieure vor dem Gemeinderat, intensiv in den Bildarchiven der Kommune kramen. Aber auch in privaten Fotoalben aus vergangenen Tagen sollte man Ausschau nach dokumentarischem Bildmaterial halten, das die Hotspots von Starkregenereignissen und Überflutungen in der Memmelsdorfer Flur zeigt.

Hier können die Bürger für sich selbst und für ihre Gemeinde einen wertvollen Dienst leisten, bekräftigten Verwaltungsspitze und Räte unisono, dass sie die aufziehende Problemlage erkannt haben und rechtzeitig reagieren und agieren wollen.

Jetzt geht es also ans Datensammeln und -sichten, und im Herbst wird das Thema wieder auf dem Tisch des Ratsgremiums liegen.