Wie viele Gemeinden steht auch in Breitengüßbach eine Aufstockung der Kinderbetreuung an. Schon bald soll die Kindertagesstätte der Gemeinde um zwei Kinderkrippen-Gruppen erweitert werden. Architekt Stefan Paptistella stellte dazu jetzt dem Gemeinderat die detaillierte Planung für einen Anbau vor. Vor allem die optische Gestaltung wurde länger diskutiert.
Eine Krippengruppe ist in der Kindertageseinrichtung der Gemeinde Breitengüßbach bereits vorhanden. Die Plätze reichen aber nicht mehr aus - und so beschäftigt sich der Gemeinderat schon länger mit der Frage, wie die Kindertagesstätte erweitert werden könnte. Architekt Paptistella präsentierte die Pläne für einen Anbau im Norden, bestehend aus zwei Stockwerken. Als
Übergang zum bestehenden Gebäude dient ein Zwischenbau, in dem zum Teil auch WCs und Wickelräume untergebracht sind. Im Rahmen der Bauarbeiten wird auch die Heizung von Öl auf Gas umgestellt. Der Gemeinderat hatte sich insbesondere noch mit der Optik zu beschäftigen, denn noch nicht geklärt war die Frage der Dachkonstruktion - Pult- oder Satteldach standen zur Wahl. Paptistella sprach sich klar für ein Satteldach aus, das mache den Unterschied zum bisherigen recht verschachtelten Gebäude klar und zeige, dass der Anbau aus einer neuen Zeit stamme. Die Mehrkosten für ein Satteldach bezifferte er auf Nachfrage auf unter 100 000 Euro.


Mehrkosten für Satteldach

Nach Paptistellas Präsentation entwickelte sich eine rege Diskussion zur Dachkonstruktion. Gemeinderätin Karin Schneiderbanger-Vogt (UBB) bezeichnete ein Pultdach als praktikabler, es gebe dann keine hohen und kaum putzbaren Fenster, die Heizkosten seien geringer, Lampen ließen sich leichter austauschen. Gemeinderat Stefan Schor (CSU) meinte, ein Satteldach bringe wenig, da sich das zusätzliche Raumvolumen nicht sinnvoll nutzen lasse. Und Alexander Porst (SPD) vertrat die Ansicht, es handle sich nicht um ein ortsprägendes Gebäude, was Mehrausgaben für ein Satteldach rechtfertige.
Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder (UBB) ließ auch die Kita-Leitung Heike Raab-Held zu Wort kommen. Sie sprach sich für ein Satteldach aus - die Raumhöhe könne auch ins pädagogische Konzept eingebaut werden, durch hohe Spielgerüste und vieles mehr. Reinfelder selbst setzte sich ebenfalls für das Satteldach ein und stellte den Räten die Frage: "Ist uns ein architektonisch gelungenes Gebäude wichtig oder lediglich der Innenraum?" Abschließend beschloss der Gemeinderat mit acht zu fünf Stimmen, die Genehmigungsplanung durch das Architekturbüro Paptistella ausarbeiten zu lassen - mit einem Satteldach. Das Gesamtvolumen der Baumaßnahme wird bei rund 1,2 Millionen Euro liegen, die Förderquote durch staatliche Zuschüsse liegt bei um die 70 Prozent.
Im Rahmen der Folgemaßnahmen zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept können auch Privatpersonen, deren Gebäude im Sanierungsgebiet liegen, Fördergelder beantragen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, im Haushaltsjahr 2018 dafür 60 000 Euro bereitzustellen. Ziel ist es, das Erscheinungsbild der Gebäude zu verbessern, es geht also um die Neugestaltung oder Aufwertung der Gebäudehülle. 30 Prozent der anrechenbaren Kosten, die mindestens 5000 Euro betragen müssen und höchstens 50 000 Euro betragen dürfen, können gefördert werden. Bis zum Jahr 2025 soll es für Maßnahmen im Sanierungsgebiet - das können die Neu- und Umgestaltung von Fassaden, Fenstern, Dächern, Türen, Toren oder die Entsiegelung von Flächen sein - den vollen Fördersatz geben, danach einen reduzierten bis zum Jahr 2030.


Neues Fahrzeug für die Wehr

Ebenfalls einstimmig fiel der Beschluss, für die Freiwillige Feuerwehr Unteroberndorf ein neues Fahrzeug zu beschaffen. Das bisherige Löschfahrzeug (LF 8) befindet sich seit 30 Jahren im Dienst, Ersatzteile sind kaum noch zu bekommen. Außerdem führt es kein Löschwasser mit. Als Ersatz bietet sich ein
Mittleres Löschfahrzeug (MLF) an, es eignet sich besonders für Erstangriffe. Die Ausstattung mache laut Kommandant Klaus Brehm besonders Sinn, da die Unteroberndorfer Wehr oft die erste am Einsatzort sei. Ein großer Vorteil des Fahrzeugs ist zudem, dass es ohne Lkw-Führerschein gefahren werden kann. Viele Teile der bisherigen Ausstattung des Fahrzeugs können aus dem alten übernommen werden. Dennoch entstehen für die Anschaffung Kosten von rund 220 000 Euro, vom Freistaat Bayern erhält die Gemeinde voraussichtlich einen Zuschuss von 49 000 Euro.