Das Europäische Parlament geht in die nächste Amtsperiode. Aber die Stärke der Staatengemeinschaft wirkt verblasst, wie das einst kräftige Blau an den Außenwänden der Graf-Stauffenberg-Schule. Eines von X Wahllokalen, wo die Bamberger Wählerinnen und Wähler ihr Kreuzchen machen dürfen. 40 Parteien stehen zur Wahl, gut ein Meter misst der Wahlzettel.

Mehr junge Menschen wählen

"Da haben sich die Leute beschwert, dass er so lang ist. Wann anders waren es wieder zu viele Wahlzettel", meint Silke Klotzek. Sie muss es wissen: Die Wahlhelferin hat 20 Jahre Erfahrung. Auffällig im Vergleich zu vergangenen Wahlen sei, dass diesmal sehr viel mehr junge Menschen ihr Recht zu wählen wahrnehmen würden. Auch wenn sich bereits abzeichnet, dass die Wahlbeteiligung diesmal höher ausfallen wird als die 42 Prozent im Jahr 2014: Der Trend habe sich grundsätzlich nicht umgekehrt, meint die Wahlhelferin. "Die meisten Leute kommen nach der Kirche oder nach dem Essen ins Wahllokal." Eine besondere Europa-Stimmung unter den Wählerinnen und Wählern sei nicht zu erkennen. Da wird schnell das Kreuz gesetzt und ab geht's mit dem Zettel in die Urne. Doch was bewegt die Menschen in Bamberg an diesem Sonntag dazu, ihre Stimme abzugeben?

"Ich finde es wichtig, dass meine Stimme nicht verloren geht", meint der 23 Jahre alte Felix. Allerdings werde er absichtlich ungültig wählen, da keine der Parteien seine Meinung richtig vertrete.

Frieden bewahren

"Wählen ist Bürgerpflicht!", findet ein Wählerin, die im Jahr 1940 geboren wurde. Als Kind der Nachkriegsgeneration sei es ihr wichtig, dass der Frieden in Europa bewahrt bleibe. "Demokratie ist wichtig für jedermann. Das sollte man auch nutzen und nicht nur darüber Bescheid wissen", ist sich das Ehepaar Wenzel einig. Für beide war es leicht, eine Wahl zu treffen. Wen die beiden Bamberger gewählt haben, wollen sie jedoch nicht verraten. "Hauptsache, die AFD bekommt keine Stimme!", verrät die Ehefrau.

Wichtige Wahl

Auch ein älteres Ehepaar aus Bamberg-Ost ließ sich die Möglichkeit zu wählen nicht entgehen: "Durch die ganzen Debatten im Radio und im Fernsehen war es eine wichtige Wahl für mich", meint die Ehegattin. Nur die richtige Partei sei nicht so einfach zu finden. Ganz anders ihr Ehemann: "Das war für mich eine klare Sache, wen ich wählen werde."

Hauptsache Klimaschutz

Für Lukas Hussong stand die Wahl im Zeichen eines Themas: "Ich habe meine Wahl danach getroffen, welche Partei konsequent etwas für Umwelt- und Klimaschutz tun will."