Nicht erst seit der Moderation der "Lieder auf Banz" bei Bad Staffelstein zählt "Viva Voce" zu den erfolgreichsten A-cappella-Bands Deutschlands. 2004 gewann das Quintett den Nachwuchsförderpreis der Hanns-Seidel-Stiftung beim traditionellen Liedermacherfestival auf Kloster Banz und tourt seitdem in Deutschland und auf der ganzen Welt. Mit viel Talent und beeindruckender Live-Performance trägt "Viva Voce" zurecht den Titel als Publikumsliebling.
Am Sonntag, 12. November, bringt ihre aktuelle Tournee sie zusammen mit der Band "Maybebop" in die Bamberger Konzerthalle. Warum gerade die Resonanz bei den Auftritten in Franken für den Erfolg ausschlaggebend ist und welche große Veränderung die Band in den letzten Wochen gemeistert hat, verrät Bass Heiko Benjes im Gespräch.

Wie ist es dazu gekommen, dass Ihr in Bamberg zusammen mit der "Konkurrenz" Maybebop auftretet?
Heiko Benjes: In der a-cappella-Szene gibt es erfreulich wenig Konkurrenzdenken. Natürlich schaut man über seinen Tellerrand und will wissen, was die Kollegen so machen. Aber wir betrachten Maybebop eben eher als Kollegen und weniger als Konkurrenten. Und in freundschaftlicher Verbundenheit laden wir uns regelmäßig gegenseitig ein. Wir hatten die Maybes dieses Jahr schon im Weißenburger Bergwaldtheater zu Gast und haben sie dort unserem Publikum vorgestellt. Genauso wird es in Bamberg sein: Dort sind wir schon bekannter als die norddeutschen Kollegen und wir wollen gemeinsam die Konzerthalle rocken.

Steht die Gegeneinladung auch schon?
Na klar. Wir dürfen mit Maybebop zusammen in deren Stammland große Hallen füllen: Ein gemeinsames Konzert im Theater am Aegi in Hannover und eines im Pier 2 in Bremen erwarten uns noch diesen Herbst.

Auf eurer Tour reist Ihr durch ganz Deutschland und bis in die Schweiz. Sind die Auftritte in Franken für Euch ein besonderes Heimspiel?
Etwas Besonderes auf jeden Fall. Natürlich fühlen wir uns in Franken zu Hause und treten hier auch besonders gerne auf. Unser Bekanntheitsgrad ist in Franken ein bisschen höher als im Rest der Republik, daher freuen wir uns hier auch auf besonders gut gefüllte Hallen! Aber nackte Zahlen sind nicht alles, das fränkische Publikum ist sehr besonders, vor allem sehr ehrlich: Wenn du hier gut ankommst, schaffst du es überall! Und über ein "bassd scho" hinaus zu kommen, ist so was wie ein Ritterschlag!

Für diejenigen, die Euch als Moderatoren bei den "Liedern auf Banz" kennengelernt haben: Was ist bei euren Konzerten anders als auf dem Festival?
In erster Linie natürlich, dass das Publikum mehr von uns hört! Auf Banz hat jeder Künstler nur 20 Minuten, um sich und seine Songs zu präsentieren. In Bamberg darf jede Band eine ganze Stunde singen. Dafür muss sich das Publikum auch nur mit zwei Gruppen "begnügen".
Banz ist ein großer, bunter Liedermacher-Abend, unser Doppelkonzert in der Konzerthalle dagegen ein richtiges A-cappella-Feuerwerk. Interessanterweise tragen die Lieder auf Banz den Untertitel "Ein Abend mit Freunden", dieser Slogan passt auch wunderbar zu dem Doppelkonzert mit unseren Freunden von Maybebop.

Was hat sich in der Band verändert, seit Matthias Hofmann anstelle von Mateusz Phouthavong als Bariton bei Euch singt?
Wir haben uns noch mehr professionalisiert. Matthias ist der erste Voce mit einem abgeschlossenen Gesangsstudium. Er bringt wirklich frischen Wind in die Gruppe, hat bereits viele eigene Lieder geschrieben, von denen wir mindestens eines schon in Bamberg singen werden.

Also geht es nun musikalisch in eine andere Richtung?
Keine Sorge, unsere Fans müssen nicht befürchten, Viva Voce nicht wiederzuerkennen! Schon seit dem ersten gemeinsamen Auftritt hat sich Matthias so gut in die Gruppe eingefügt, dass jemand, der uns vorher nicht kannte, nicht sagen könnte, wer von den Fünfen der Neue ist.

Die Fragen stellte
Anna Bornschlegel.