Sigismund von Dobschütz

Eigentlich sollte Erich Krebs bei der jüngsten Sitzung aus dem Ramsthaler Gemeinderat verabschiedet werden. Aber Bürgermeister Alfred Gündling hatte seinen Bocksbeutel umsonst kalt gestellt. In Krebs' Abwesenheit berichtete der Gemeindechef den Ratsmitgliedern, dieser hätte sein Mandat nach über 16-jähriger Zugehörigkeit schon zum 31. Dezember aus gesundheitlichen und familiären Gründen niedergelegt, habe aber offiziell bis zur Vereidigung seiner Nachfolgerin im Amt bleiben müssen. Als Nachrückerin soll nun Martha Warmuth in der kommenden Sitzung am 1. Februar als neue Gemeinderätin vereidigt werden.
Den einzigen Bauantrag genehmigte der Gemeinderat einstimmig ohne Diskussion: Jürgen Eichner will auf seinem Grundstück Siedlung 40 eine Gartenlaube bauen. Notwendig war hierzu die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes, da die Baugrenze überschritten werden soll.
Ebenso einstimmig stimmte der Rat der von der Stadt Bad Kissingen gewünschten Änderung ihres Flächennutzungsplanes im Gewerbegebiet Ehemalige Kaserne und an der Heilbadelandschaft KissSalis zu. Im Gewerbegebiet geht es um den Neubau eines Elektrofachmarktes und an der Heilbadelandschaft soll ein neuer Wohnmobilstellplatz entstehen.


Spenden genehmigt

Erfreut genehmigten die Räte den vom Bürgermeister gemeldeten Spendeneingang im Jahr 2017 in Gesamthöhe von knapp 1200 Euro. Diese Genehmigung sei vorgeschrieben, um die von der Aufsichtsbehörde geforderte Transparenz zu sichern. Um mehr Geld ging es bei der geplanten Pfarrheimsanierung. Da die Gemeinde sich schon bei der Kirchensanierung mit 20 Prozent beteiligt hatte, schlug Bürgermeister Gündling auch hier die 20-Prozent-Übernahme der auf 350 000 Euro veranschlagten Kosten vor. Nach längerer Beratung regte Bernhard Gössmann-Schmitt an, den sich daraus errechneten Anteil von 70 000 Euro nicht als Fixbetrag, sondern nur als Höchstwert festzulegen: "Momentan ist es nur eine Kostenschätzung. Es kann ja auch billiger werden." Diesem Antrag wurde einstimmig zugestimmt.


Zuschuss für Rollatoren

Auf einen Zuschuss der Gemeinde einigte sich der Rat auch bei der Anschaffung von Rollatoren. Vorausgegangen war eine Informationsveranstaltung für Senioren mit Empfehlung geeigneter Rollatoren (Sanitätshaus Traub) und Tipps zum richtigen Umgang im Verkehr (Edgar Kast). "Mit dieser Initiative wären wir die ersten im Landkreis", ermunterte Gündling die Gemeinderäte zur Zustimmung. Mit dem gemeindlichen Zuschuss sollen Senioren zum Kauf qualitätsvollerer Rollatoren motiviert werden. Bei einem Stückpreis von etwa 400 Euro will die Gemeinde nach Vereinbarung mit dem Sanitätshaus jedem kaufwilligen Senior einen Zuschuss von 200 Euro gewähren.
Gündling: "Momentan haben wir 19 Rollator-Nutzer in der Gemeinde." Das Sanitätshaus gewährt auf den Kaufpreis einen Rabatt. Zweifel äußerten manche Räte, ob es recht sei, sich nur an ein Sanitätshaus zu binden. "Das hätte ein Gschmäckle." Doch die Mehrheit plädierte für die einfache Lösung, woraufhin der Zuschuss einstimmig genehmigt wurde.
Auch dem Antrag des zweiten Bürgermeisters Martin Thürmer, heuer die Kindergartengebühren erstmals nicht zu erhöhen, folgte der Gemeinderat einstimmig. Thürmer begründete den Antrag damit, dass Ramsthal seit 2014 jährlich die Gebühren erhöht habe, um sich dem Niveau der Umlandgemeinden anzupassen.
Jetzt liegt Ramsthal mit einem Mindestbetrag von 85 Euro für ein bis zwei Stunden und 100 Euro für fünf Stunden bei jeweils fünf Euro pro Stunde im kommunalen Mittelfeld.
Es sei in vergangenen Jahren viel getan worden, um den Bestand des Kindergartens zu sichern, verdeutlichte Thürmer: Öffnungszeiten wurden erweitert, die Schließzeiten während der Ferien verkürzt, Elternabende veranstaltet und mehr. "Jetzt haben wir eine gute Auslastung. Auch aus den Umlandgemeinden kommen Kinder zu uns", so Thürmer weiter.