Groß war die Gratulantenschar, als am gestrigen Mittwoch in Limbach Martha Firmbach ihren 101. Geburtstag feierte. Dazu überbrachten zwei Söhne und eine Tochter, sieben Enkel und zwölf Urenkel ihre Glückwünsche. Bürgermeister Michael Ziegler gratulierte der ältesten Einwohnerin von Eltmann namens der Stadt und des Landkreises und übergab im Auftrag von Ministerpräsident Markus Söder die Medaille "Goldene Patrona Bavariae"

Auf die wiederholt gestellte Frage: "Wie geht es dir?" sagte die Jubilarin froh gelaunt: "Ich fühle mich wie alle Tage." Mit ihrem Stock begibt sie sich an schönen Tagen nach wie vor auf ihren Spaziergang. Am liebsten sitzt sie aber vor dem blumengeschmückten Haus. Dazu gehört, dass sie von den Paketdiensten die Päckchen für die Nachbarschaft entgegennimmt.

Auch der Gottesdienst in der Wallfahrtskirche bedeutet ihr sehr viel. Wenn es irgendwie geht, fährt sie der Sohn regelmäßig zur Sonntagsmesse. Froh ist sie, dass sie in ihrem Vier-Generationen-Haus leben kann und dort versorgt wird. Mit ihren ehemaligen Strickdamen trifft sie sich immer noch, wenn auch nicht mehr zum Stricken, aber eine Unterhaltung bringt eben Abwechslung in den Alltag.

Für Limbach engagiert

Martha Firmbach war während ihres Lebens im Limbacher Dorfleben ein Aktivposten. Besonders die Dorfkirche lag ihr am Herzen. Sie war dort Kirchenpflegerin und mit ihrer Schwester auch Mesnerin. Außerdem sorgte sie viele Jahre dafür, dass zum Fest "Mariä Himmelfahrt" zugunsten des Kindergartens Kräuterbüschel verkauft wurden.

Bei dem großen Marienfest am 15. August gehörte sie zu den Frauen der großen Kartoffelschäl- und Kartoffelschnippelaktion. Erst vor wenigen Wochen hatte sie dazu wieder eine Einladung erhalten. Obwohl die Gastgeber sie eigentlich nur als Gast dabei haben wollten, ließ Martha Firmbach es sich nicht nehmen, in die Arbeit gleich mit einzugreifen.

Martha Firmbach wurde im Jahr 1918 geboren, und zwar genau an dem Tag, als der Vater aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrte. Ihr Vater hatte ein Tünchnergeschäft. Damals wurde noch mit dem Schubkarren oder Handwagen das Gerüst auf Schotterstraßen in die Ortschaften zu den Kunden gebracht.

Auf dem Motorrad

Die Jubilarin war in ihrer Jugend für alles aufgeschlossen und gilt als die "erste Motorradfahrerin" von Limbach. In den 1930er Jahren war sie beispielsweise mit dem Motorrad zum Tanz in den Nachbarort Sand ausgebüxt.