Einige Zeit bildeten zwei Martern in der Nähe von Wolfsdorf - direkt am Pilgerweg gelegen - ein erbärmliches Bild. Bei der einen, an den idyllischen "Fünf Linden" unterhalb von Vierzehnheiligen gelegen, stand nur noch der Sockel, aus dem ein verrosteter Eisenstab ragte.
Der Rest der Marter wurde von der Stadt Bad Staffelstein wegen Einsturzgefahr abgebaut und eingelagert.


Von einem Blitzschlag zerstört

Die zweite Marter, die sich zwischen dem Aussiedlerhof und Wolfsdorf befindet, wurde von einem Blitz getroffen und zerstört.
Den beiden Wolfsdorfern Günter Fischer und Gerhard Horn sowie den Sponsoren ist es zu verdanken, dass die beiden Martern nun wieder in neuem Glanz erstrahlen. Günter Fischer "klapperte" Firmen und Institutionen ab, um sie als Geldgeber zu gewinnen. Dabei kamen 4800 Euro zusammen. Die tatsächlichen Kosten betrugen für die Restaurierung der beiden Martern 6945 Euro. Den Rest über 2145 Euro beglichen die Wolfsdorfer Vereine.
Die durch den Blitzschlag zerstörte Marter war für Gerhard Horn Anstoß, den Stein im wahrsten Sinne des Wortes ins Rollen zu bringen. Er sammelte dabei über 60 Einzelteile des Kopfes der Marter ein und brachte die Teile zum Restaurator. Außerdem hakte er nach, was denn aus der abgebauten Steinsäule an den "Fünf Linden" geworden ist.


Wie ein 3-D-Puzzle

Wie bei einem 3-D-Puzzle fügte Restaurator Clemens Muth aus Unterneuses den Kopf der Marter wieder zusammen, um davon einen Abdruck zu erstellen. Davon wurde wiederum ein sandsteinähnlicher Guss gefertigt und auf die bestehende Säule aufgesetzt. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Kopf aus einer Einheit besteht und nicht mehr so leicht durch eindringendes Wasser und Frost beschädigt werden kann.
Durch eine Aussparung auf der Säule lag die Vermutung nahe, dass sich früher einmal dort ein Kreuz befand. Nach Rücksprache mit der Denkmalpflege wurde der Kopf wieder mit einem Kreuz versehen.
Die Marter an den "Fünf Linden" bestand aus größeren Einzelteilen und wurde ebenfalls in der Werkstatt von Clemens Muth fachmännisch restauriert. Allerdings fehlten hier die Bilder in der Marter. Da nicht mehr herauszufinden war, welche Motive den Bildstock einst zierten, einigte man sich unter Rücksprache mit Pater Heribert Arens auf die Motive Feuer, Wasser, Erde sowie Mond und Sonne. Die vier Bilder malte Clemens Muth auf Zinktafeln in Öl. Den Kopf der Marter ziert nun auch eine Bronzeschrift "Gelobt seist du mein Herr".
Jetzt konnten die zwei Martern unter Gottes Segen gestellt werden. Die Vorsitzende der Blumen- und Gartenfreunde, Uschi Bornschlegel, begrüßte hierzu auch Bürgermeister Jürgen Kohmann, Sponsoren sowie viele Wolfsdorfer Bürger. Clemens Muth bedankte sich für den Auftrag und die "fruchtbare Zusammenarbeit" und gab noch Erläuterungen zu den Bildern.
Pater Heribert aus Vierzehnheiligen zelebrierte die Segnungsfeier. Der Wolfsdorfer Männerchor begleitete mit Unterstützung von Pater Stanislaus Wentowski musikalisch den Gottesdienst. Im Anschluss wurden noch Getränke sowie Kuchen gereicht.