"Es sind nun hauptsächlich Coburger, die hier sitzen", sagt Ralf Faass, und weist über den Marktplatz. Da ist es schon nach 14 Uhr, und die Bierbankreihen vorm Stadthaus sind noch gut besetzt. Auf der anderen Seite des Platzes, vorm Rathaus, haben sich die Reihen gelichtet: Dort waren die Tische für die einzelnen Verbindungen im Coburger Convent reserviert. Dort war es um 11 Uhr gut voll. Inzwischen sind viele der auswärtigen Gäste abgereist. "Früher standen hier noch viel mehr Bänke", sagt Ralf Faass und weist Richtung Stadthaus. "Da war nur noch die Feuerwehrzufahrt frei. Aber nach wie vor ist das ein Fest für die Coburger."

Eröffnet wurde das Marktfest schon kurz nach 11 Uhr, vom Rathausbalkon aus. "Das Wetter ist wie bestellt - jeder bekommt es, wie er es verdient", sagte Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD). Er dankte der Präsidierenden Landsmannschaft Cimbria Freiburg "für die Durchführung unseres Konvents" und stieß mit dem Vorsitzenden der Altherrenvereinigung AHCC, Ali Ottmar Mahdi, auf das Marktfest an.

Das verlief im Wesentlichen wie immer: Die Musik spielte (in diesem Jahr erstmals die Original Fichtelgebirgsmusikanten), an den Ausschankstellen und den Bratwurstbuden standen Schlangen. Die Chargierten der Cimbria Freiburg marschierten mit der Standarte des Coburger Convents vorneweg aus dem Rathaus und ließen sich noch einmal von ihren Bundesbrüdern ablichten. Im Sommer wird die Landsmannschaft Brandenburg als Nachpräsidierende die Standarte übernehmen.

Dass in Coburg über einen Hotelneubau diskutiert wird, hatten einige der Kongressbesucher mitbekommen. "Die Stadt sollte sich lieber erst mal um ihr Kongresshaus kümmern", kommentierte einer der Alten Herren. Denn das sei deutlich in die Jahre gekommen. Die CC-Vertreter müssen es wissen: Sie trafen sich zum 151. Mal in der Stadt, und sie dürften die ersten gewesen sein, die Coburg den Titel "Kongressstadt" gaben.

Auch in Coburg selbst gibt es Mitglieder von Verbänden im CC, und die sammeln sich beim Marktfest traditionell um 12 Uhr am Albertsdenkmal, um ein Lied zu singen. Auch OB Tessmer schmetterte mit, die Mütze der Franco-Borussia auf dem Kopf und das Fahnenband vor der Brust. Die in Coburg ansässige Verbindung ist seit drei Jahren Mitglied im CC und hat deshalb das Pflichtschlagen eingeführt: Wer Mitglied werden will, muss fechten. Um die Mensur sei er aber bisher herumgekommen, sagte Tessmer.