Wegen des Besitzes, Eigenkonsums und mutmaßlichen Handels mit Marihuana in nicht geringfügiger Menge musste sich ein 26-jähriger Kulmbacher am Dienstagvormittag vor dem Kulmbacher Amtsgericht verantworten. In der Nacht des 13. Mai 2017 war der Angeklagte mit ein paar Bekannten von der Oberen Stadt zu seiner Wohnung gelaufen, um noch einen Absacker zu trinken. In seiner Wohnung holte der Angeklagte einen größeren Gefrierbeutel aus seinem Rucksack, der mit Marihuana gefüllt war. Einer der Anwesenden schätzte die Marihuana-Menge auf etwa 350 Gramm und informierte daraufhin einen befreundeten Polizisten. Als Folge wurde die Wohnung des Angeklagten am 24. Juni durchsucht. "Bei der Durchsuchung stellten wir 7,2 Gramm Marihuana in einem Drei-Liter-Gefrierbeutel sicher", sagte ein Polizist aus.
Der Angeklagte selbst räumte ein, aufgrund von damaligen privaten Problemen einen hohen Marihuana-Konsum gehabt zu haben, er habe etwa drei bis fünf Gramm täglich selbst konsumiert. "Jedoch räumt mein Mandant ein, höchstens 200 Gramm Marihuana besessen zu haben", ergänzte sein Verteidiger, Alexander Schmidtgall. Auch habe er keinen Handel betrieben. Woher der Angeklagte eine solche Menge Marihuana bezogen hatte, verriet er nicht.
Staatsanwalt Daniel Götz beantragte wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie eine zusätzliche Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro.
Richterin Nicole Allstadt honorierte es, dass durch das Geständnis des Angeklagten eine schwierige Beweisaufnahme erspart geblieben sei. Der Fall sei eher untypisch. Der Angeklagte sei noch nie mit Betäubungsmitteln strafrechtlich in Erscheinung getreten und passe, da er sozial gut eingeordnet sei, auch nicht in die typische Szene. Somit könne die von ihr verhängte Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten zur Bewährung ausgesetzt werden; die Bewährungsfrist beträgt drei Jahre. "Um aber nicht den Eindruck zu erwecken, dass dies eine Art Freispruch sei, ist ein Bußgeld in Höhe von 1500 Euro an die Kinder- und Jugendhilfe zu zahlen", so die Richterin.