Ruhe, Geborgenheit und Liebe - all das findet man im Normalfall bei seiner Mutter. Und genauso war es mit der himmlischen Mutter, mit Maria, beim Abendlob in der Pfarrkirche "St. Thomas" in Wallenfels.

Feierlich waren die Ministranten in das Gotteshaus eingezogen und hatten ihre mitgebrachten Blumen rings um den Marienaltar gestellt. Kerzen sind die Tränen der Not, aber auch die Tränen des Dankes, sagt man. Als die Kerzen angezündet worden waren, erfasste alle eine innere Ruhe, und man ließ sich auf die besondere Atmosphäre ein, die nun herrschte.

Vor dem Altar war das "Maialtärla" aufgebaut, das es früher in kleinerer Form im Mai in jedem Haus gegeben hat. Umgeben von goldenen Strahlen, geschmückt mit Blumen und Kerzen stand die Muttergottes da mit ihrem Sohn auf dem Arm. Alte und neue Marienlieder wurden von den Ministranten, die dieses Mariensingen organisiert hatten, gesungen, gespielt und in Wort und Ton den Besuchern nahegebracht. Die Orgeltöne von Marcel Müller brausten durch das Gotteshaus, bevor gemeinsam mit allen Kirchenbesuchern das Lied "Maria Maienkönigin" gesungen wurde. Der Minichor ehrte Maria mit "Miriam Maria", "Gegrüßet seist du Königin" und - ganz besonders ergreifend - mit dem Marienlied "Mutter du" nach der Melodie von "Die Rose".

Feuchte Augen und atemlose Stille gab es bei den Klängen der Panflöte, die Maik Förner hervorragend beherrschte. War man bei "Wunderschön Prächtige" bereits gerührt, so wurde es mit der "Schwarzen Madonna" noch ruhiger in der Kirche. Dieses Lied hat seit Pater Heinrich, der lange Jahre in Wallenfels wirkte, eine besondere Verbindung zur Pfarrgemeinde.

Leise Seufzer

Nicht fehlen durfte das "Ave Maria", bei dem so mancher leise Seufzer die Stille durchbrach. Lena Weiß gab mit dem Saxophon "Ave Maria Glöcklein" und Katharina Schauer mit der Klarinette "Segne du, Maria" zum Besten.

Einfühlsam waren auch die kurzen Texte zum Lobpreis Mariens und über die vergessene Marienstatue im Wald, die - hinter Zweigen verborgen - nur durch einen kurzen Sonnenstrahl erhellt wurde. "Wenn ich dir in die Augen schaue, dann", so erzählten die Ministranten ihre Erlebnisse beim Anblick Mariens.

Die Geschwister Katrin Werner am Keyboard und Thomas Weiß ergänzten sich hervorragend als Solisten beim Lied "Und so küsste der Himmel die Erde", bevor der Minichor mit "Mutter, dir zur guten Nacht" den Abend ankündigte.

Und dann gibt es da noch ein altes Marienlied, das nicht mehr im Gesangbuch erscheint. Mit ihm klang das Mariensingen aus: "Kommt Christen, kommt zu loben, der Mai ist froh erwacht" jubelte die ganze Kirche, und Marcel Müller ließ die Orgel in all ihren Tönen noch einmal Gott und Maria loben. sd