Mit Kilimandscharo, Ngorongoro-Krater und Serengeti ist Tansania ein Traum für jeden Safari-Touristen. Inmitten dieser touristischen Höhepunkte liegt der Eastern District der Meru Diözese, deren Partnerdekanat Michelau ist. Im letzten Jahr besuchte eine Jugend-Delegation unter Leitung von Veronika Flierl, Missionsbeauftragte des Dekanats Michelau, das Partnerdekanat.

Abseits des touristischen Trubels leben die Menschen als einfache Bauern und Selbstversorger. Die Delegation vom Obermain wurde immer mit offenen Armen empfangen. "Das prägendste Erlebnis war die Gastfreundschaft", berichtet Priska Kestel, die bereits zum zweiten Mal den ostafrikanischen Staat besuchte. Im Laufe ihres zweiwöchigen Aufenthalts besuchten die Jugendlichen nicht nur Land und Leute, sondern halfen auch kräftig mit. Über ihre Erlebnisse berichteten sie im Rahmen eines Reisevortrags.

19 000 Euro für eine Schule

Mit finanzieller Hilfe aus dem Dekanat Michelau konnte für knapp 19 000 Euro die Liberty Primary School entstehen. Bilder zeigten das neue Schulgebäude, in dem gerade der Estrich mit einfachsten Mitteln gegossen wurde. Zu Beginn des neuen Schuljahres - in Tansania fängt die Schule nicht erst im September an, sondern bereits im Januar - soll der Schulbetrieb aufgenommen werden. Die ersten sieben Jahre sind kostenfrei. Danach sind alle weiterführenden Schulen kostenpflichtig und damit auch ziemlich teuer. Rund 500 Euro kostet ein Schulbesuch den Eltern jährlich. Das hört sich zunächst nicht viel an, aber wenn man bedenkt, dass ein Lehrer in Tansania etwa 250 Euro im Monat verdient, dann relativieren sich die Kosten. In Tansania sind die Klassen deutlich größer als hierzulande. Eine Aufnahme zeigt bis zu vier Kinder, die dicht gedrängt an einem Schultisch sitzen, die aber dennoch fröhlich in die Kamera blicken.

Ein großes Manko in Tansania ist, dass der Staat die Schulen nicht gut ausstattet. Die notwendige Erstausstattung mit Schulrucksäcken können sich viele Eltern nicht leisten, zumal die Kinder Schuluniformen tragen und Mais und Bohnen für die Schulspeisung mitbringen müssen. Bei ihrem Besuch in Tansania haben die jungen Leute insgesamt sieben Schulen besucht. An vier Schulen haben sie lilafarbene Schulrucksäcke verteilt und damit Kinderherzen höherschlagen lassen.

Seit 1984 ist Veronika Flierl mit dem "Tansania-Virus" infiziert. Ein Sprichwort sagt: Was man erzählt bekommt, ist gut, sehen ist besser. Vor diesen Hintergrund organisiert die Burgkunstadterin Reisen für Erwachsene und Jugendliche. "Mama Veronika", wie sie im Partner-Distrikt von allen liebevoll genannt wird, liegen die Menschen und ihre Probleme am Herzen. Die kleine Krankenstation im Eastern District der Meru-Diözese, zuständig für ein Einzugsgebiet mit 50 000 Menschen, soll zum "Health Center" aufgewertet werden. "Die ersten 25 000 Euro haben wir schon zusammen", berichtet Friedrich Flierl, aber noch fehlt der weitaus größte Teil der Kosten für das Krankenhaus in Leguruki. Rund 150 000 Euro wird der Ausbau der Krankenstation zum "Health Center" voraussichtlich kosten. Die bisherige Krankenstation ist spartanisch eingerichtet und nur für kleinere Verletzungen, Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen geeignet. Größere Notfälle müssen mit irgendeinem Fahrzeug in ein rund zwei Stunden entferntes Krankenhaus gebracht werden. "Der Transport scheitet schon an den finanziellen Mitteln der Menschen, oder daran, dass kein Fahrzeug zur Verfügung steht", erklärt Flierl. Mit einem kleinen Krankenhaus könnten Notfälle operiert und behandelt werden, Patienten stationär aufgenommen und so die gesundheitliche Versorgung durch Ärzte deutlich verbessert werden. Wer den Ausbau der Krankenstation in Leguruki unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun. Konto: Evangelisch-lutherisches Dekanat Michelau, IBAN DE43783500000000100271 (Sparkasse Coburg-Lichtenfels). gvö