Der Neujahrsempfang der Malerinnung Haßberge gehört seit acht Jahren eindeutig zu den angenehmsten Terminen der Malermeister im Landkreis. In gemütlicher Atmosphäre einfach mal miteinander reden, ohne Termindruck oder Stress. Dabei kommen natürlich vor allem die positiven Themen, aber auch manche Schwierigkeiten oder Neuerungen zur Sprache.

Heuer beschäftigte Obermeister Michael Ott (Burgpreppach) die deutschlandweit sinkende Zahl der Handwerksbetriebe und Lehrlinge. "2011 gab es in ganz Deutschland noch über 42 000 Handwerksbetriebe. 2017 waren es nur noch 40 818." Auch die Anzahl der Lehrlinge sei in dieser Zeit von 29 614 auf 20 384 gesunken. "Wir müssen umdenken", forderte er seine Kollegen auf.

Bei den Lehrlingen waren es die Meister laut Ott gewohnt, "fertig geschliffene Holzstücke" zu bekommen. "Jetzt bekommen wir nur noch grobe Holzklötze, zurechtsägen und schleifen müssen wir sie selbst."

Gegen die Maut

Auch manche Neuerung wurde thematisiert. "Ganz aktuell laufen in Großstädten Versuche für mit Moosen begrünte Fassaden", erläuterte Ott. Diese sollten den Feinstaub aus der Luft filtern können. Aber die Voraussetzungen dafür seien gar nicht so einfach; "man braucht unter anderem schnelles Internet dafür", berichtete er. Hier zog ein belustigtes bis gequältes Grinsen über viele Gesichter. "Ob sich so etwas auf dem Land durchsetzt, ich wage es zu bezweifeln", fasste Ott zusammen.

Auch das Thema Maut sorgte für Gesprächsstoff. Laut Obermeister Ott kämpfen die Innungen und Verbände aktuell noch heftig, um eine Maut auf Handwerksfahrzeuge unter 3,5 Tonnen zu verhindern. "Ihr seht, wir sind nicht untätig." Sich auf die Veränderungen, die die Zeit unweigerlich mit sich bringt, einzustellen, das ist den Handwerkern bisher immer gelungen und so zeigten sich die Malermeister zuversichtlich, dass es auch diesmal wieder gelingt. kb