Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Schule der Dorf- und Flurentwicklung (SDF) fanden sich rund hundert geladene Gäste im Konventbau ein, um dieses Ereignis gebührend zu würdigen.

In seinem Festvortrag appellierte Holger Magel, Präsident der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum und Mitglied der Enquetekommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern", an die Verantwortung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Hinblick auf mehr Gerechtigkeit für ländliche Räume. Die Schulen der Dorf- und Flurentwicklung müssten sich als Anwalt, Fürsprecher, Sprachrohr und als interdisziplinäres Forum für Fragen des ländlichen Raumes verstehen, das alle Kräfte und Stimmen sammelt und koordiniert. Hierzu brauche es Querdenker und aktive Bürger, die der SDF auch zur Verfügung stünden. Magel bemängelte das Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land einerseits wie auch innerhalb der ländlichen Räume andererseits. Man müsse deshalb für räumliche Gerechtigkeit sorgen und zwar in den vier Bereichen Chancen-, Verteilungs-, Verfahrens- und Generationengerechtigkeit. Die überzeugendste Werbeaktion vor allem in und für ballungsraumferne Landgemeinden sei die Schaffung und Bereitstellung von sicheren Arbeitsplätzen im Nahbereich. Ohne den realistischen Blick auf die Situation auf dem Land zu verlieren, sollten sich die Menschen gegenseitig mit dem Tagungsspruch "Lust auf Dorf und Land" anstecken. Viel könne der ländliche Raum auch selbst tun durch Werbung für den Standort Land anstatt zu klagen.

Großartige Eigeninitiative zeigten natürlich auch die ländlichen Gemeinden, die systematisch potenzielle Rückkehrer ermitteln und ansprechen. thi