Rheinländer trifft auf Franken: Da sind Probleme programmiert - zumindest sprachlicher Art. Eine harte Nuss für die Laienspieler des TSV Lonnerstadt, die derzeit das Theaterstück "Ne Macke hat doch jeder" einstudieren. In der Rolle des Gotthard von Knöttelmeier, einem Unternehmer und Hobbyjäger aus Köln, ist Kölsch gefragt. Was für fränkische Zungen sicher nicht ganz einfach ist. Umso höher dürfte der Unterhaltungswert sein. Wer anders als der bühnenerprobte Wolli Weinkauf sollte diesen Kraftakt - der noch dazu 112 Einsätze erfordert - vollbringen.

Aber auch vom Inhalt her verspricht das Stück höchst amüsant zu werden. Das heruntergekommene Waldhotel "Zum wilden Gockel" und sein Wirt, den Markus Ruhmann überaus glaubhaft verkörpert, haben schon bessere Zeiten gesehen. Da kommt der betuchte Rheinländer von Knöttelmeier nebst Gattin und Sohn gerade recht. Dass es der alte Knöttelmeier auf einen Hirschen, noch dazu auf "Rudi", einen Sechzehnender abgesehen hat, bringt den Wirt in eine schwierige Lage. Denn der Hirsch steht unter allerhöchstem Schutz und wurde - damit ihm nichts passiert - in ein Gehege eingesperrt. Den Wirt des Waldhotels und seinen Spezi Franz - eine Superrolle für den alten Bühnenhasen Hans-Jürgen Raber - bringt das auf eine Idee. Dass Ideen mitunter auch schmerzhaft sein können, muss der Gockel-Wirt dann am eigenen Leib verspüren.

Damit das Chaos perfekt wird, mischen natürlich noch andere Darsteller mit. Agathe Gockel, die Frau des Wirts, stellt Bianca Scheidel dar. In der Rolle der Wirtstochter ist Conny Panten, ebenfalls eine erfahrene Darstellerin, zu finden. Maritta Schockel gibt die Köchin Berta Sauerkraut und Katharina Kaiser die Frau des Kölner Hobbyjägers. In die Rolle des etwas naiven Sohns der Rheinländer ist Thomas Schuster geschlüpft. Das alles geht natürlich nicht ohne einen Förster. Leon Schockel, zwanzig Jahre jung und zum ersten Mal auf den Brettern, kann sich in dieser Rolle beweisen. Dass die "heimliche Freundin" des Kölner Waidmannes ausgerechnet aus Düsseldorf kommt, ist Ironie des Schicksals: In diese Rolle schlüpft Susi Herzog.

Lachen ist die beste Medizin, sagt sich auch Gudrun Thoma, die bereits seit Jahren als Regisseurin die Fäden in der Hand hält. "Ne Macke hat doch jeder" wird sechsmal aufgeführt. Premiere ist am Samstag, 10. November, um 19.30 Uhr. Bereits am Nachmittag um 14 Uhr gibt es eine Benefizaufführung für die Bewohner der Gremsdorfer Anstalt der Barmherzigen Brüder. Weitere Aufführungen sind am Sonntag, 11. November, um 18 Uhr, Freitag, 16. November, und Samstag, 17. November, jeweils um 19.30 Uhr, sowie am Sonntag, 18. November, um 18 Uhr.

Karten und Infos im Gasthaus "Zur Sonne", Telefon 09193/3491, und Katharina Kaiser, Telefon 0160 91749147.