Anwohner in der Weiherer Straße wähnen sich zu Stoßzeiten im falschen Film. Sie müssen sich fragen, ob sie in einem Wohngebiet mit Zone 30 leben oder etwa am Hockenheimring. Da brettern die Muttis mit ihren Kindern mit 60 Sachen den Berg hinunter Richtung Schule. Eilig haben es natürlich auch die Schulbusse, krachen mit gefühlten 50 den Berg hinauf Richtung Realschule - um Haaresbreite an den Knirpsen vorbei, die zu Fuß oder auf ihren Tretrollern zur Pestalozzischule oder ins Caspar-Vischer-Gymnasium unterwegs sind. Ein Glück, dass bislang noch nichts passiert ist.
Glück hatten kürzlich auch einige Schulkinder, dass sie sich nur leicht verletzten, als ihr Busfahrer in der Weiherer Straße stark abbremsen musste. Schuld war ein Fußgänger, hieß es im Polizeibericht, der die Fahrbahn unachtsam überquerte. Ob auch dieser Busfahrer Tempo 30 ignorierte? Man weiß es nicht.
Schnellfahren ist jedenfalls im Land der Automobile (Motto: Freie Fahrt für freie Bürger) immer noch ein Kavaliersdelikt. Siehe Joachim Löw. Der Bundes-Jogi muss nun ein halbes Jahr laufen, weil er wiederholt zu schnell gefahren ist. Und was fällt seinem "Anwalt" Oli Bierhoff dazu ein? Bei den vielen Kilometern, die Löw jedes Jahr fahre, könne das schon mal passieren. Jogi, das arme Raslerlein. Christian Schuberth