Der Vorstand des Linken Bündnisses Haßberge beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung unter anderem mit der Vorbereitung des Volksbegehrens "Stoppt den Pflegenotstand" und mit der Kommunalwahl 2020. Wie die Partei mitteilt, soll in der Jahresversammlung im April eine Kandidatenliste vorbereitet werden. Dazu sollen in nächster Zeit intensive Gespräche geführt werden, hieß es.

Auch der Schülerstreik ein Thema. Das Linksbündnis erklärte sich solidarisch mit den Schülern, denn es sei vor allem deren Zukunft, um die es gehe. Es gebe auch kein "aber", wie Thomas Dietzel anführte. Zumindest bei den Linken seien schulterklopfende SUV-Fahrer, die im Supermarkt billige Früchte aus Übersee einkauften, noch nicht aufgetaucht. Menschen mit einer linken Grundhaltung stünden für gesellschaftliche Alternativen in vielen Bereichen des menschlichen Lebens. Die Grundlage, auf der dies zu erreichen ist, seien eine halbwegs intakte Umwelt, die nicht ausgebeutet werde, und eine Wirtschaftsordnung, die nicht dem Kapital, sondern den Menschen diene.

"Linksorientiert" ist nicht extrem

Des Weiteren besuchte der Vorstand des Linksbündnisses auch die Veranstaltung "Demokratie leben" in der Haßfurter Rathaushalle. Es war eine insgesamt informative Veranstaltung, in die auch Vorschläge vonseiten des Linksbündnisses eingebracht wurden, so zum Beispiel Aufklärung über die Rolle der Gewerkschaften und deren Beitrag zur Demokratie, was besonders für junge Menschen wichtig sei, die ihr Arbeitsleben noch weitgehend vor sich haben.

Außerdem sei es erfreulich gewesen, zu hören, dass im Haßbergekreis eher geringe Aktivitäten von rechtsaußen zu beobachten seien. Allerdings kritisierten Sabine Schmidt und Thomas Dietzel die Gleichsetzung von "linksorientiert" mit Extremismus, wie sie in dem ansonsten informativen Vortrag über Extremismus vorgenommen worden sei. So sei zu hoffen, dass es im Haßbergekreis mehr als rund 15 "linksorientierte" Menschen gibt, so die Linken.

Werbung für das Volksbegehren

Zum Volksbegehren "Stoppt den Pflegenotstand" gehe es nun in die zweite Phase, da die Unterschriften beim bayerischen Innenministerium eingereicht wurden. Sollte es keine Einwände geben, werde es voraussichtlich im Oktober eine zweiwöchige Eintragungsfrist geben. Dafür müsse das Linksbündnis all seine Kräfte im Haßbergekreis aktivieren.

Auf Presseberichte zum Flugplatz in Haßfurt eingehend, führte Sabine Schmidt aus, dass das Linksbündnis schon immer dessen Finanzierung durch Gelder der öffentlichen Hand abgelehnt habe. Es könne nicht sein, dass die Benutzung des Verkehrslandeplatzes zum Beispiel durch SKF durch Steuergelder gesponsert werde. Der Konzern habe den Nutzen, die Allgemeinheit komme für die Verluste auf. Sabine Schmidt sah sich durch diese Entwicklung im Nachhinein in ihrer Ablehnung des Kreishaushalts bestärkt. red