"Unsere Gemeinde steht gut da und dafür werde ich mich auch weiterhin einsetzen. Ich möchte als Bürgermeisterin den Menschen unserer Gemeinde dienen mit der gleichen Ausdauer, die ich bei meinen bisherigen Arbeitgebern an den Tag gelegt habe. Die Vereine aller Ortschaften zu unterstützen ist eine wichtige Aufgabe. Sie sind das Kapital unserer Gemeinde." Dies betonte Liselotte Stubenrauch auf der Nominierungsversammlung des CSU-Ortsverbandes Neubrunn-Kirchlauter, bei der sie mit allen abgegebenen Stimmen zur CSU-Bürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahl im März 2020 berufen wurde.

Die Nominierungsversammlung stieß auf großes Interesse. 65 Frauen und Männer waren zu der Veranstaltung in den Hof der Gastwirtschaft Morgenroth gekommen, darunter die 18 wahlberechtigten Mitglieder aus dem CSU-Ortsverband.

Auf der Linie Söders

Die Staatsministerin Dorothee Bär aus Ebelsbach übermittelte die Grüße von Ministerpräsident Markus Söder, der überglücklich sei, dass die Zahl der Frauen für eine Bürgermeisterkandidatur zunehme. Laut Bär ist Lilo Stubenrauch die zweite nominierte Bewerberin um ein Bürgermeisteramt im Kreis.

Der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Holger Baunacher (Kreisrat und Bürgermeister von Wonfurt), der zum Vorsitzenden des Wahlausschusses berufen wurde, sprach von einer vernünftigen Entscheidung der CSU Neubrunn/Kirchlauter, an der Hauptamtlichkeit des Bürgermeisters festhalten zu wollen. Die Aufgaben der Bürgermeister nähmen zu und seien oft nur schwierig in ehrenamtlicher Tätigkeit zu bewältigen, sagte er.

Lilo Stubenrauch ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und ihre Berufsausbildung bei der "Fränkischen" in Königsberg begonnen, sich dann zur Wirtschaftsfachwirtin weitergebildet und ist nun bei der Sparkasse in Ebelsbach beschäftigt. Politisch ist sie mit 15 Jahren in die Junge Union eingetreten und im Mai 2017 zur Vorsitzenden der CSU gewählt worden. Dieses Amt führe sie mit Begeisterung aus, sagte sie über sich selbst.

Kommunalpolitisch habe sie erstmals 1996 für den Gemeinderat kandidiert und wurde erste Nachrückerin auf der CSU-Liste. "Bei der Wahl 2002 schaffte ich dann den Sprung in den Gemeinderat und durfte in diesem Gremium unter Peter Kirchner eine Periode die Geschicke der Gemeinde begleiten." Bei der Kommunalwahl 2014 habe ihr aber das Hare-Niemeyer-Verfahren einen Strich durch die Rechnung gemacht, erneut in das Gremium einzuziehen. "Ich bin aber trotzdem immer auf dem Laufenden, was die Belange der Gemeinde betrifft. Es interessiert mich, was in unserer Gemeinde ansteht, und ich möchte gerne die Geschicke in die Hand nehmen", erklärte sie. Auch in den Vereinen sei sie immer sehr aktiv gewesen, erklärte sie.

Gegen Leerstände in Dörfern

Bei ihrem Blick in die Zukunft sieht sie es als wichtiges Anliegen an, die Orte attraktiv für junge Familien zu machen, damit die Schule und die Kindergärten erhalten werden können. Dazu müsse man neue Ansätze finden, um die Dorfkerne zu beleben. "Es tut mir in der Seele weh, dass in Neubrunn die beiden geschichtsträchtigen Häuser gegenüber der Schule weitgehend leer stehen. Genauso wichtig ist es, die Baugebiete weiter zu erschließen. Nur so haben wir die Möglichkeit zu wachsen."

Lilo Stubenbrauch ging auf die geplante Abstimmung über einen Bürgermeister im Haupt- oder Ehrenamt ein, die der jetzige Bürgermeister (das ist Karl-Heinz Kandler, SPD) im September noch im Gemeinderat zur Abstimmung bringen wolle. "Die CSU-Gemeinderäte sind nach wie vor der Meinung, dass ein hauptamtlicher Bürgermeister die Gemeinde besser vertreten kann." Die Kandidatin betonte: "Meine Entscheidung, für dieses Amt zu kandidieren, ist unabhängig vom künftigen Dienstverhältnis gefallen." gg