"Ihr habt meiner Tochter Zukunft geschenkt!" - Asante sana! In gebrochenem Englisch und mit Tränen in den Augen bedankt sich Elireema Nassari für den lila Schulrucksack, den ihre Tochter Joy stolz auf dem Rücken trägt. Damit sei bei Elireema das eigentliche Ziel der Schulrucksackaktion erreicht, sagt Dekanatsmissionspfarrer Andreas Neeb aus Gemünda. Die Grundausstattung an Schulmaterial, die alle Erstklasskinder im Partnerdekanat zusammen mit einem lila Rucksack geschenkt bekommen, solle den Eltern der Erstklasskinder als Anreiz dienen. "Ich weiß noch gut, wie stolz ich war, als meine Kinder erste Worte und Zahlen in ihre Schulhefte schrieben", sagt der Vater von zwei inzwischen erwachsenen Kindern. Dann fügt er hinzu: "Ich möchte, dass die Eltern in unserem Partnerdekanat den gleichen Stolz empfinden. Denn wer so fühlt, wird seinem Kind neues Schulmaterial kaufen, wenn die Hefte aus unseren Schulrucksäcken längst vollgeschrieben sind." Bildung, so ist man im Partnerkomitee des evangelisch-lutherischen Dekanats Michelau überzeugt, ist die nachhaltigste Form von Entwicklungshilfe. Auch trage eine gute Bildung dazu bei, Menschen in ihrem eigenen Land eine Zukunft zu schaffen. So bekämpfe Bildungsarbeit auch Fluchtursachen. Daher gehöre Bildungsförderung zu den drei wesentlichen Arbeitsbereichen in der Partnerschaft zwischen dem Dekanat Michelau und dem Ost-Dekanat der Meru Diözese im Norden von Tansania, heißt es in einer Mitteilung von Pfarrer Neeb.

Den Start erleichtern

Wie Neeb berichtet, werden jährlich etwa 1500 Kinder in dem afrikanischen Partnerdekanat eingeschult. Die Schulrucksackaktion soll den Kindern den Start ins Schulleben erleichtern. Ein Schulrucksack enthält neben einer Grundausstattung an Schulmaterial (Hefte, Bleistifte, Lineal, Spitzer und Radierer) auch ein Essgeschirr, was den Kindern die Teilnahme an der Schulverpflegung ermöglicht. Für 18 Euro kann ein Schulrucksack über jede evangelisch-lutherische Kirchengemeinde des Dekanatsbezirks Michelau erstanden werden. Das Dekanat sorgt für den Transport nach Tansania. Auch Schulen und andere Einrichtungen beteiligen sich an der Aktion. Seit mehreren Jahren packen die Logistik-Klassen der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels einen Großteil der Schulrucksäcke zum Transport nach Tansania und führen gleichzeitig eine Spendenaktion in allen Klassen ihrer Schule durch. Die Schulrucksäcke werden dann Mitte Januar nach Tansania geflogen und dort an die Erstklasskinder im Partnerdekanat verteilt. "Ich hoffe, dass wir auch in diesem Jahr genügend Spenden sammeln können, um alle Kinder, die im Ost-Dekanat eingeschult werden, mit einem Schulrucksack beschenken zu können! - Spenden in jeder Höhe sind uns hochwillkommen", sagt Pfarrer Andreas Neeb.

Im Februar 2019 wird er mit einer achtköpfigen Delegation das Partnerdekanat bereisen und dort auch an der Verteilung der Schulrucksäcke mitwirken. "Es ist wunderbar, in die leuchtenden Augen der Kinder zu schauen. Und wenn ich dann auch noch so einen Satz wie den von Elireema höre, dann weiß ich, dass sich unser Einsatz lohnt!" Neben der Schul-Rucksack-Aktion unterhält man in der Partnerschaft auch ein Mädchenbildungsprojekt. Durch einen Fonds wird jährlich 15 Mädchen der Besuch einer weiterführenden Schule finanziert. Mädchenbildung sei deswegen besonders wichtig, weil bis heute weltweit der Großteil der Armen und Analphabeten Frauen seien, heißt es weiter in der Mitteilung. Dabei seien nicht nur in Tansania Frauen die wesentlichen Träger der Kultur innerhalb der Familie. Ein tansanisches Sprichwort besage: "Ein Mädchen ausbilden, bedeutet eine ganze Familie zu unterrichten."

Außer für Bildungsförderung engagiert man sich in der Partnerschaft auch für eine Verbesserung der Gesundheits- und Wasserversorgung. "Letztlich", so betont Dekanatspartnerschaftsbeauftragte Veronika Flierl aus Burgkunstadt, "gehen all diese Maßnahmen Hand in Hand. Denn nur gesunde und gut ernährte Kinder können auch die Schule besuchen und erfolgreich lernen." red