Angekündigt worden war der Liederabend des Gesangvereins als kultureller Höhepunkt. Und das war in der Tat nicht übertrieben, denn das, was sängerisch in der Sport- und Kulturhalle dargeboten wurde, konnte sich nicht nur hören lassen, sondern es verzauberte die zahlreichen Zuhörer, die immer wieder durch reichlich Beifall ein Dankeschön zum Ausdruck brachten. Daran beteiligt waren nicht nur die Weitramsdorfer Chöre, die unter der Leitung des einfühlsamen Dirigenten Wolfgang Börner neues Liedgut präsentierten, sondern es waren auch die gut ausgewählten Gastchöre, die allesamt einen kurzweiligen Abend auf hohem Niveau mitgestalteten.

Auftakt mit den "Goldkehlchen"

Durch das außergewöhnliche Programm führte der Vorsitzende des Gesangvereins Weitramsdorf, Rainer Axmann, der nicht nur wunderschöne Cocktails immer wieder ankündigte, sondern auch feststellte, dass jedermann singen könne. Am Klavier begleitete die Sänger in gekonnter Weise Rolf Otto.

Der Einstieg war den jungen Weitramsdorfer "Goldkehlchen" und der Heimatringschule vorbehalten, die sofort am Anfang für eine gute Stimmung unter den Besuchern sorgten. "Manchmal brauchst du einen Engel" oder "Halleluja", bei dem die Gäste mitsangen, brachten sofort Schwung in die Veranstaltung. Das lag aber auch am Dirigenten Wolfgang Börner, der es obendrein verstand, zusammen mit dem Frauenchor aus Weitramsdorf und "Anytime you need a Calypso" die Zuhörer in den Bann zu ziehen. Den Ohrwurm "Mamma Mia" von Abba boten Letztere alleine dar, wobei deren Freude am Gesang zu verspüren war.

Gestenreich präsentierte Bojana Blohmann ihre "Einfühlsamen", ein Ensemble aus Lautertal und Umgebung, das sich erst vor kurzem zusammengefunden hat und sich selbst als "lustigen Haufen" bezeichnet. Sie wuchsen über sich hinaus, lehnten englisches Liedgut ab und boten eine starke Vorstellung, unter anderem mit "Fang das Licht".

Die "Baumwollpflücker" vom "Liederkranz" Großwalbur, geleitet von Yvonne Unger, wurden bei "Mein kleiner grüner Kaktus" von rhythmischem Klatschen begleitet.

Aus Thüringen angereist waren die Frauen aus Judenbach. "Wir singen alles, was es in der Musik so gibt", meinten sie. So hatten sie mit "Für Frauen ist das kein Problem" unter der Leitung von Barbara Zach die Lacher auf ihrer Seite.

Obendrein präsentierten die Thüringer einen kleinen Chor, die "Bebos", deren sechs Sängerinnen mit dem "Krimaltango" ein bühnenreifes Schmankerl boten.

Ein Hochgenuss war der Männergesangverein "Frankonia" aus Gemünda. Der engagierten Leiterin Julia Günther gelang es unter Instrumentalbegleitung, die Persiflage "Jagd auf Diplomaten" vorzutragen, und stehend dargebrachter Beifall war der Lohn für die gewagte "Bohemian Rhapsody".

Natürlich wollten die Gastgeber dem nicht nachstehen: Wolfgang Börner griff nochmals in die Trickkiste. Man spürte, dass er seine Männer führen kann, so auch beim Tessiner Volkslied "Pferde zu Vieren traben", und ebenso beim gemischten Chor mit "The conquest of paradise", wobei beide Chöre eine Demonstration hohen Chorgesangs ablieferten. dav