Böse Zungen behaupten, der Valentinstag wäre eine Erfindung der Blumenhändler. Doch in Wahrheit steckt mehr dahinter. So erzählte Daniela Röthlingshöfer-Müller die Geschichte des heiligen Valentin, der sich trotz des Verbotes des Kaisers Claudius Gothicus nicht davon abhalten ließ, Liebespaare christlich zu trauen, und dafür am 14. Februar 269 hingerichtet wurde. 469 wurde durch Papst Gelasius der 14. Februar zum Gedenktag erhoben; seit 1969 ist er allerdings im römischen Generalkalender nicht mehr enthalten. Diese und andere Geschichten rund um den Tag der Verliebten streute die Sopranistin zwischen die einzelnen Stücke ein, die sie mit ihrer wahrhaft hervorragenden Stimme meisterlich vortrug. Begleitet wurde sie dabei virtuos von Corinna Frühwald an der Blockflöte und Stefan Glaßer am Klavier. Andächtig lauschten die Besucher in der ehemaligen Synagoge, die beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt war.

In einem Kleid, das an eine erblühende Rose erinnerte, eingehüllt in eine Wolke aus Tüll, zog Daniela Röthlingshöfer-Müller die Zuhörer in ihren Bann. Dabei gab es einen Querschnitt aus dem Repertoire an Liebes- und Rosenliedern der letzten Jahrhunderte zu hören. So zum Beispiel Schuberts weltbekanntes Heidenröslein, dessen Text von Goethe stammt.

"Schenkt man sich Rosen in Tirol" von Carl Zeller und "Endlich naht die Stunde", der Arie aus Figaros Hochzeit von Wolfgang Amadeus Mozart, fehlten ebenso wenig wie "Für mich soll's rote Rosen regnen" von Hildegard Knef.

Rosen regnete es nicht, aber zu "Dunkelrote Rosen bring ich, schöne Frau" von Carl Millöcker nahm die Sopranistin einen Strauß eben dieser Blumen, die als Zeichen der Liebe überreicht werden, und verschenkte sie an die Damen im Publikum.

Musiker zogen alle Register

Abgerundet wurde die Vorstellung durch instrumentale Stücke wie "My love is a red, red rose", ein traditionelles Schottisches Volkslied, bei dem Corinna Frühwald mit einem Querflötensolo zu überzeugen wusste, das einzige Solostück an diesem Abend. Welche musikalische Qualität Stefan Glaßer und Corinna Frühwald zu eigen ist wurde bei "Die letzte Rose" von Friedrich Kuhlau, Variationen über das irische Volkslied, mehr als deutlich. Im Wechselspiel zwischen Klavier und Blockflöte zogen die beiden alle Register ihres Könnens. Virtuos untermalten sie die Sopranstimme von Daniela Röthlingshöfer-Müller. Dass es am Valentinstag nicht nur um die Liebe zwischen zwei erwachsenen Menschen geht, sondern durchaus auch um die Liebe einer Mutter, oder in diesem Fall einer Ziehmutter, zeigte das Lied "Dir gehört mein Herz" aus dem Musical "Tarzan" aus der Feder von Phil Collins. Fehlen durfte da natürlich auch "Can you feel the love tonight" aus "Der König der Löwen" nicht. Als das letzte Lied verklungen war, forderte das Publikum eine Zugabe, die es mit "Ich liebe dich" von Ludwig van Beethoven erhielt.

Mit stehenden Ovationen wurden die drei Künstler am Schluss verabschiedet. Doch warum nur die Damen mit Rosen beschenkt und die Herren auf ihre Rolle als Zuhörer beschränkt wurden, das blieb am Ende unbeantwortet.