Kronach —  Träume und Wünsche, Sorgen und Hoffnungen - wo immer die "Hearts of Gold" auftreten, berühren sie die Menschen mit ihrer Musik, die sich auf das Wesentliche konzentriert, die keine Requisiten, keine Lichtershow braucht! So war es auch am Sonntag bei der Konzertandacht in der gut besuchten Christuskirche. Wie gebannt hörte das altersmäßig bunt gemischte Publikum den unter die Haut gehenden Liedern zu, die Hans-Joachim Schäfer und Gerhard Müller - sich selbst an der Gitarre begleitend - für sie anstimmten.

"Jeder Lebensweg ist einzigartig", verdeutlichte Diakonin Annette Teille, die das Thema des Abends und den Inhalt der Lieder mit tiefgehenden Impulsen, Gedanken und Geschichten aufgriff. Wohl kaum ein Lebensweg, zeigte sie sich sicher, verlaufe völlig geradlinig. Zahlreiche Wege und Möglichkeiten stünden einem offen. Immer wieder müsse man entscheiden, wo es für einen lang gehen soll. Dabei gebe es Höhen aber auch Tiefen, Rückschläge, Enttäuschungen und einem in den Weg gelegte Steine.

"Einer wächst an der Krise und wird stärker, ein anderer zerbricht daran", so die Diakonin. Die vielen Facetten dieser Lebenswege zeigten auch die ganz unterschiedlichen, an dem Abend zu hörenden Lieder auf.

Mit ihrer ungemein positiven Ausstrahlung präsentierten die beiden Vollblutsänger mit den schönen warmen Stimmen wunderbar zeitlose Musik. Einmal mehr bewiesen sie dabei ein feines Gespür bei der Auswahl ihrer Songs, mit denen sie voll den Geschmack ihres Publikums trafen. Originalgetreu und trotzdem mit eigener Note ließen die Beiden musikalische Schätze erklingen wie "This is the life" (Amy MacDonald), "Streets of London" (Ralph McTell), "Jupp" (BAP), "Wild world" (Cat Stevens), "Cats in the cradle" (Harry Chapin), "Those were the days" (Mary Hopkins), "Father & Son" (Cat Stevens) und "Teach your children well" (CSNY).

Interpretiert wurden diese - wie gewohnt - live und unplugged, mit zweistimmigem Gesang. Gerade durch die schlichte Präsentation hatten die Zuhörer die Möglichkeit, ihre Herzen vollkommen für die Musik zu öffnen und sich dabei gleichzeitig mit dem eigenen Lebensweg auseinanderzusetzen: Welchen Weg gehe ich? Ist es wirklich mein eigener? Welche wichtigen Punkte in meinem Leben waren wegweisend und haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin? Was gibt mir Mut und das Vertrauen, auch schwere Wege gehen zu können? oder - wie die Diakonin fragte - "Hat Gott in meinem Leben eine Rolle gespielt?"

Spenden für "Sternenhimmel"

Tradition der Konzertandacht ist auch der soziale Aspekt. Mit den freiwilligen Spenden wurde ein weiteres Mal der evangelische Kindergarten "Sternenhimmel" bedacht. Das Gebäude in der Seelmannstraße wurde abgerissen und es erfolgt ein Neubau an gleicher Stelle für zwei Regelgruppen für 3- bis 6-Jährige sowie eine Gruppe für zwölf Krippenkinder im Alter von 0 bis drei Jahren. Insgesamt wird Platz für 62 Kinder geschaffen.

"Wir können es kaum erwarten", bekundete Kiga-Leiterin Elke Schwarz, als sie die Einrichtung vorstellte. Man hofft, im August das neue Gebäude beziehen und im September starten zu können. Der Kiga-Alltag im Ausweich-Quartier in der Max-Reger-Straße, wo man sich seit nunmehr zweieinhalb Jahren befindet, stelle keine leichte Situation dar. Die freiwilligen Spenden werden zweckgebunden für die neu entstehende zweite Regelgruppe verwendet, für die man hochwertiges, pädagogisch wertvolles Spiel- und Beschäftigungsmaterial anschaffen möchte. Ihr Dank galt dem Duo sowie der Diakonin für die zu Herzen gehende Konzertandacht sowie allen Spendern.

Was Musik bewirken kann, das machte dieser Erlebnis-Abend voller Farb- und Strahlkraft "fühlbar". Mit donnerndem Applaus ließen die Besucher keinen Zweifel daran, wie sehr ihnen die gehörten musikalischen Lebenswege gefallen hatten. Belohnt wurden sie gleich mit mehreren - vehement eingeforderten - Zugaben, darunter auch "Summer of 69" von Bryan Adams sowie "Hey Jude" von den Beatles. Am Ende verließ wohl keiner das Gotteshaus ohne ein Lächeln auf den Lippen - und eine Melodie im Ohr!