von unserem Redaktionsmitglied 
Rudolf Görtler

Bamberg — Seltsame Koinzidenz: Bei den Abokonzerten der Bamberger Symphoniker am Mittwoch (B) und Donnerstag (C) in der Konzerthalle jeweils um 20 Uhr (Einführung 19.20 Uhr) mischen sich Jugendfrische und Tod, Aufbruch und Abschied auf eigentümliche Weise.
Das beginnt schon in der Person von Solistin und Dirigent: Veronika Eberle, Jahrgang 1988, gilt als eines der größten Violinen-Talente Deutschlands. Bereits als 17-Jährige spielte die Gewinnerin namhafter Musikpreise mit den Bamberger Symphoikern: unter Jonathan Nott Beethovens Violinkonzert und unter Robin Ticciati das Violinkonzert von Mendelssohn Bartholdy (in Bamberg jüngst zu hören mit Renaud Capuçon). Der ist gerade mal fünf Jahre älter als Eberle, ebenfalls ein früh gereiftes Talent und in Bamberg z. B. als Erster Gastdirigent in den Jahren 2010 bis 2013 bestens bekannt.
Die beiden werden zusammen mit dem Orchester Alban Bergs Violinkonzert von 1935, "Dem Andenken eines Engels", interpretieren. Des Neutöners letzte Komposition ist dem Andenken von Manon gewidmet, der Tochter von Alma Mahler-Werfel und Walter Gropius, die 1935 an Polio starb. Berg komponierte mit dem Violinkonzert, das verschlüsselt immer wieder auf die Zahl 23 verweist, sein eigenes Requiem - sein Tod datiert ebenfalls auf 1935.
Das Programm wird eröffnet von Toshio Hosokawas "Meditation". Das 14-minütige Werk, uraufgeführt 2012 in Tongyeong, des wichtigsten zeitgenössischen Komponisten aus Japan ist den Opfern der Tsunami-Katastrophe von 2011 gewidmet.
Nach der Pause geht es weniger bedeutungsschwer weiter: mit Jean Sibelius' "Karelia-Suite" und der 7. Symphonie desselben Komponisten, passend zum Motto der gegenwärtigen Spielzeit, "Symphonische Landschaften". Karten gibt es beim bvd, Tel. 0951/98082-20, E-Mail info@bvd-ticket.de, und an der Abendkasse.