"Ich mach alles, was mit Krippen und Geburt zu tun hat", schmunzelt das Schmölzer Urgestein Gerhard Schmidt und beschreibt damit seine jahrzehntelange Passion für den Krippenbau. Jetzt sorgt er schon zum zweiten Mal dafür, dass es in Schmölz eine Krippenausstellung geben wird. Gemeinsam mit etwa 15 anderen Ausstellern wird er rund 30 total unterschiedliche Krippen präsentieren.

Er, der "außer Pfarrer schon alles war," lebt und liebt sein Hobby und ist dabei nicht alleine. "Mein Mann ist jetzt zwar Rentner, aber wenn er nix zu tun hat, dann macht er mich wahnsinnig." Seine Frau Margitta teilt seine Leidenschaft, packt überall mit an, bemalt, klebt und bastelt sich quer durch die ganze Werkstatt. Und dabei lassen sich die beiden Enthusiasten auch mal schräg von der Seite anschauen, wenn sie im Hochsommer auf der Terrasse sitzen und Weihnachtsengel bemalen oder ihren Krippenfiguren den letzten Schliff verpassen. Und das geht "immer frei Schnauze", meint Gerhard Schmidt, der keine Krippe zweimal anfertigt. "Es werden immer Unikate bleiben. Oft weiß ich am Anfang gar nicht genau, was am Ende dabei rauskommt. Aber bis jetzt ist es immer was geworden." Mit ihren Weihnachtsartikeln reisen die beiden auf vorweihnachtliche Märkte, wo man sie kennt und schätzt.

Drei Krippen hat er in diesem Jahr gebaut, die - genau wie das gesamte Sortiment - dann vor Weihnachten verkauft werden. Margitte Schmidt blickt sich in der proppenvollen Werkstatt um. "Keine Angst, nach Weihnachten ist das alles weg", meint sie. Und sie muss es wissen, denn schließlich gibt es schon jahrelange Erfahrungswerte: "In den 80er und 90er Jahren wollte sich fast niemand eine Krippe ins Wohnzimmer stellen. Das fand man damals viel zu spießig. Aber jetzt sind Krippen total im Trend - und zwar die, die handgearbeitet sind. Wegen der vielen liebevollen Details." Aber leider sei der Krippenbau auch ein aussterbendes Handwerk, bedauert Schmidt, der sich aber gleichzeitig freut, dass der jüngste Aussteller gerade mal 15 Jahre alt und total begeistert von diesem Hobby ist. Den Erlös aus freiwilligen Spenden wird der Initiator auch in diesem Jahr nicht für sich behalten. Er stiftet ihn für wohltätige Zwecke.

Und was macht ein Krippenbauerpaar an Weihnachten, wenn dann erst mal nichts zu tun ist? "Ausruhen", rufen die beiden wie aus einem Mund, die ja noch in gefühlt tausend anderen Funktionen "in der Welt und in Schmölz" unterwegs sind.

Aber wenn es darum geht, das eigene Heim zu schmücken, wird Margitta Schmidt etwas kleinlaut. "Ich hab doch immer so wenig Zeit vor Weihnachten und dann ist es meistens zu spät. Aber wir haben wenigstens einen künstlichen Weihnachtsbaum."