"Die Landwirkstatt soll eine Werkstatt sein, die am Land wirkt." So erklärt Eva Gebhard die Namensgebung ihres Hofes in Tiefenstürmig, einem Ortsteil von Eggolsheim. Hier hat sie sich ein kleines Paradies geschaffen, von dem aus sie wirken und Menschen unterstützen kann.

Eva Gebhard hat viele Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen. Sie arbeitete jahrelang als Fachkrankenschwester für Psychiatrie, ließ sich zur Heilpraktikerin für Psychotherapie oder in Kunsttherapie ausbilden. Der Naturerlebnispädagogik gehört ihr Herz. "Jetzt bekomme ich Lohn und Brot an der Grundschule in Eggolsheim", verrät sie.

Doch ihre Berufung sieht sie darin, Menschen Natur und Ruhe und Gelassenheit näherzubringen. Das macht die 57-Jährige mit Seminaren für Kinder und Erwachsene.

Sie erklärt ihren Kursteilnehmern zum Beispiel Wild- und Heilkräuter und wie man diese nutzen und verarbeiten kann. Da sie direkt am Wald wohnt, beginnt sie hier auch ihren Kurs "Waldbaden". Ohne Handy verbringen dabei Interessierte drei bis vier Stunden ganz bewusst im Wald. "Wir machen Entspannungsübungen und Meditationen. Manchmal lese ich auch Poesie vor. Wir sind an der frischen Luft, ganz bewusst bei uns selbst und trinken frisches Quellwasser", erklärt Eva Gebhard.

In diesem geschützten Raum können die Teilnehmer dann in einer Gesprächsrunde offen über das sprechen, was ihnen in den Sinn kommt oder sie bedrückt. "Es geht um Achtsamkeit, sich seiner selbst zu bewusst sein und im Augenblick zu leben", ergänzt Eva Gebhard, die das Waldbaden jahrelang mit einer Gruppe depressiver Frauen durchgeführt hat, die sich danach viel wohler fühlten.

Ihre Indianerlager für Kinder in Eggolsheim und Pretzfeld während der Ferien sind immer gleich ausgebucht. "Die gibt es seit acht Jahren. Wir leben da wie Indianer und haben in der Zeit auch indianische Namen", erzählt Eva Gebhard alias "die mit den roten Zöpfen". Fünf Tage lang lebt sie täglich vier Stunden mit Kleiner Bär, Weiße Feder, Schlauer Fuchs oder Scharfe Klinge im Freien und bastelt Pfeil und Bogen, reinigt den Bach, erntet Äpfel, sammelt Wildkräuter, schnitzt oder tanzt. Die Kinder leben wie Indianer.

"Das bedeutet, dass sie mit der Natur leben und mit wenig zufrieden sind. Es geht um Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber. Alle sind gleichberechtigt und unterstützen sich gegenseitig", erklärt Eva Gebhard, die mit den Kindern auch trommelt, Tipis baut und schon mal einen Regentanz aufführt. Sie sammeln Beeren und Früchte zum Essen und brauen aus den Kräutern frischen Tee. Eva Gebhard freut sich über die Nachhaltigkeit ihrer Arbeit.