Der Rückblick des Landesbundes für Vogelschutz in Bamberg auf das vergangene Jahr anlässlich der Hauptversammlung präsentierte sich bunt und vielfältig und zeigte die hohe Zahl der Aktivitäten in der Stadt und im Landkreis Bamberg auf.

Neben den vielen Aktivitäten der Kreisgruppe wurden in der Umweltstation Fuchsenwiese mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zahlreiche Projekte zu verschiedenen Themenbereichen rund um die Natur durchgeführt. Besonders hervorgehoben wurden die Ergebnisse der Workshops, die im Rahmen des Projektes "Nachhaltig leben macht Spaß und bringt Lebensfreude" entstanden sind.

Der Vorsitzende Martin Wölker zog Bilanz: Insgesamt wurden an 22 Amphibienübergängen im Landkreis Bamberg 48 157 Tiere gezählt. Der LBV betreute demnach die Amphibienwanderung in Sandhof und Deusdorf. Der Weißstorch verzeichnete Wölker zufolge im vergangenen Jahr 18 Brutpaare mit insgesamt 45 Jungtieren, wovon fünf Paare im Landkreis überwinterten. Es wurden Kormoran-Schlafplatzzählungen und eine Laubfroschkartierung durchgeführt.

Bei der Dokumentation von besonderen Vogelbeobachtungen seien Wintergäste wie der Merlin und Singschwan, im Frühjahr Kampfläufer und Wiedehopfe, dunkle Wasserläufer, Nachtreiher, Zwergsäger und Trauerseeschwalbe sowie zwei Brutpaare des großen Brachvogels zu nennen. Beim Herbstzug der Kraniche konnten mehrere Trupps über Bamberg als besonderes Schauspiel registriert werden. Der vom LBV gepachtete Äbtissensee nördlich der A 70 und östlich des Börstig ist im vierten Jahr durch den Extremsommer trockengefallen: Von dieser Situation profitierten Wölker zufolge unter anderem Schwarzstörche, die den "gedeckten Tisch" ausgiebig nutzten. Der ansässige Biber zeigt sich weiterhin aktiv.

Weitere Aktivitäten der Kreisgruppe umfassten diverse Arbeits- und Biotoppflegeeinsätze z.B. Lupinenentfernung in Sandhof, eine gemeinsame Müllsammelaktion mit der Bamberger LBV-Kindergruppe, die Mitwirkung bei der Demo zur Rettung des Hauptsmoorwaldes, das mehrmalige mühselige Abfischen des trockengefallenen Regenrückhaltebeckens auf der Fuchsenwiese und öffentliche Informationsstände beim Apfelmarkt in Litzendorf zum Thema Streuobstwiese und am Nationalparktag in Bamberg für einen Nationalpark Steigerwald.

Besonders intensiv unterstützte die Kreisgruppe das örtliche Aktionsbündnis zum Volksbegehren Artenvielfalt, das schließlich einen geschichtsträchtigen sensationellen Erfolg einfuhr und sich aktuell in der Gesetzgebung und bereits beschlossenen Umsetzungsvorschlägen der Landespolitik niederschlägt.

Mit der Sichtung eines Wolfes bei Oberhaid ist der große Beutegreifer nun auch im Landkreis angekommen. Wölker betonte, dass die Diskussion sachlich geführt werden müsse und die Maßnahmen im vorhandenen Aktionsplan des Bayerischen Staatsministeriums in reguläre, staatliche Förderrichtlinien umgewandelt werden müssten.

Mit dem Ausblick 2019 schloss der erste Vorsitzende den Tätigkeitsbericht ab: Auf LBV-Grundstücken zwischen Hallstadt und Kemmern würden eine Flutmulde und ein Flurstreifen für das Blaukehlchen mit Schilf angelegt werden, ein weiterer Streifen sei als Blühstreifen geplant.

Brigitte Pfister stellte die Aktionen der Umweltstation vor: Im Jahr 2018 nahmen 5000 Besucher an 210 Veranstaltungen der Fuchsenwiese teil. Hervorgehoben wurden klassische Naturerkundungen, Naturerlebnisveranstaltungen, Kulturklassen und Ferienbetreuung, das Modellprojekt "Nachhaltige Lebensstile", die Kindergruppenaktionen, ein Seniorenprojekt in einer Einrichtung der stationären Altenpflege in Bamberg und die Teilnahme an Großveranstaltungen wie der Familienmesse der Familienregion Bamberg.

Zum Abschluss ihrer Ausführungen stellte sie einen kurzen Ausblick zum neuen Jahresthema 2019 "Von Felsen, Schafen und Blumenwiesen" vor, bei dem die Bevölkerung und vor allem Jugendliche durch digitale Medien angesprochen und eingebunden werden sollen. Viele Exkursionen und eine umfangreiche Palette an Ferienbetreuung in Stadt und Landkreis sind geplant.

Es folgte ein äußerst informativer und engagierter Bilder-Vortrag von Laura Tschernek, LBV-Projektmanagerin Oberfranken, zum Thema "Das Braunkehlchen - ein Wiesenbrüter im Nutzungskonflikt?", der die vielen Bemühungen aufzeigte, um die in Bayern vom Aussterben bedrohte Tierart wirksam zu schützen. red