Zweites Spiel der Saison, 20 Sekunden vor Schluss. Die Bayernliga-Basketballerinnen der TS Herzogenaurach bekommen noch einmal den Ball. Jeder weiß, es wird der letzte Angriff der Partie. Die Shorthorns ziehen ihren Spielzug auf, bringen die sowieso vortrefflich aufgelegte Laura Angerstein in Position und fallen sich drei Sekunden später freudetaumelnd in die Arme. Angerstein war mit einem kurzen Dribbling zum Korb gezogen und hatte den Ball eiskalt versenkt. Der Treffer bescherte der TSH den ersten Sieg in einem Duell, bei dem beide Teams stets bestrebt waren, zwei Punkte einzufahren. Letztendlich gab der finale Angriff den Ausschlag zugunsten der Gäste.

Tuspo Heroldsberg -
TS Herzogenaurach 50:52

Die Shorthorns, diesmal deutlich tiefer besetzt als im ersten Saisonspiel gegen Würzburg, legten los wie die Feuerwehr. Laura Angerstein, die mit vier Dreiern und 17 Punkten zur besten Spielerin der Partie avancierte, setzte mit zwei Dreipunktwürfe gleich ein Ausrufezeichen. Doch Heroldsberg ließ sich nicht einschüchtern und blieb durch Mila Fischer, die jahrelang in der 2. Liga für Herzogenaurach aufgelaufen ist, im Spiel. Mit zwei schwierigen Korblegern zeigte sie, dass sie auch mit über 40 Jahren nichts verlernt hat, verkürzte bis zur Viertelpause auf 9:15.
Im zweiten Durchgang verloren die Gäste etwas an Schwung, fanden sie nicht immer die besser positionierte Mitspielerin und offenbarten Abstimmungsprobleme in der Defensive. Da sie aber weiter hart arbeiteten, schmolz der Vorsprung nicht signifikant. Julia Volk und Anke Tribula generierten für die TSH Zählbares, während auf der Gegenseite Heroldsbergs Topscorerin Melina Müller (17 Punkte) die Verantwortung übernahm und bis auf 24:29 verkürzte.


Korbflaute auf beiden Seiten

Im dritten Viertel lief auf beiden Seiten wenig zusammen, viele freie Würfe gingen daneben, die durch intensives Verteidigen erzeugten Ballgewinne wurden nicht in Zählbares umgewandelt. Gerade die TSH fand in diesen zehn Minuten nur selten die richtige Lösung und mussten den Ausgleich hinnehmen (40:40), da auf der Gegenseite Müller und Aufbauspielerin Miriam Selzle kurz vor der Sirene noch einmal aufdrehten.


Der Bann ist gebrochen

Spätestens jetzt war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Teams wollten unbedingt siegen und verteidigten mit allen Mitteln. Dementsprechend schleppend ging es punktemäßig voran, 20 Sekunden vor Schluss stand es 50:50. Dann folgte der eingangs beschriebene letzte Angriff, den Laura Angerstein, zum entscheidenden Korb nutzte.
"Manchmal muss man auch solche Spiele gewinnen. Beide Teams hatten die Chance, hier zwei Punkte mitzunehmen, aber zum Glück hatten wir das bessere Ende für uns", sagte Shorthorns-Trainer Florian Ottich nach dem Spiel. Somit sei der Bann gebrochen, mit dem ersten Sieg im Rücken könne das Team entspannter in die kommenden Begegnungen gehen.
"Ein großes Kompliment an unsere Verteidigung, welche nur 50 Punkte zugelassen hat, und das auch noch auswärts. Von daher können wir für heute zufrieden sein, wissen natürlich aber auch, dass es noch viel zu tun gibt", erklärte Florian Ottich weiter.
TS Herzogenaurach: Angerstein (17), Babler (2), Beinßen, Brox (5), Distler (3), Haberzettl (1), Hartz (5), Krstanovic (4), Reimers (3), Tribula (6), Volk (6)