"Volkmannsreuth hat aktuell 60 Einwohner. Die sind genau aufgeteilt, denn 30 davon sind Frauen und 30 Männer", trug der Heiligenstadter Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) am Sonntag bei der Bürgerversammlung vor. Von diesen 60 Einwohnern hatten sich dann auch 30 zur Veranstaltung in einem umgebauten Stall eingefunden.

Nach der Begrüßung durch Ortssprecher Matthias Scheuring informierte Krämer die Bürger über die wichtigsten Themen aus dem Rathaus. Er zählte auf, dass der Haushalt in diesem Jahr ein Rekordvolumen von über 21 Millionen Euro hat und aktuell 15 große Projekte in der Marktgemeinde laufen. Es ist eine Kreditaufnahme von 4,1 Millionen Euro geplant, die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 1340 Euro und wird sich im nächsten Jahr noch erhöhen.

In die Infrastruktur

"Da machen sich manche Menschen Gedanken, aber die kann ich beruhigen", sagte Krämer und erklärte, dass es sich um Investitionen in die Infrastruktur handle. "Alleine für Abwasser müssen wir 3,1 Millionen Euro ausgeben", berichtete der Bürgermeister.

Außerdem werde auf hohem Niveau gejammert, denn zum Beispiel habe es im August nur 34 Arbeitslose in Heiligenstadt gegeben. "Ich denke, die Stimmung bei uns ist insgesamt gut", meinte Krämer. Außerdem informierte er die Bürger, dass eine Breitbandgesellschaft gegründet worden sei und es im Oktober mit den Bauarbeiten losgehen solle.

Hier fragte ein Bürger nach, warum Volkmannsreuth in keinem der Bauabschnitte erwähnt sei. Krämer erklärte, dass erst die unterversorgten Gemeinden einen Anschluss bekommen sollen. Volkmannsreuth werde, wenn es keine Probleme gebe, schnell mal im ersten Abschnitt mit angeschlossen. "Wir sind doch immer das fünfte Rad am Wagen", warf ein Bürger ein und gab zu bedenken, dass auch in Volkmannsreuth Homeoffice ein wichtiges Thema sei. Der Bürgermeister entgegnete, dass in den Informationsveranstaltungen zum Breitband alle Ortschaften als Erstes angeschlossen werden wollten. Diesmal beginne man mit den Ortschaften und nicht mit Heiligenstadt.

Nur einmal aufgraben

Außerdem müsse in Volkmannsreuth noch der Kanal saniert werden. Man wolle nicht mehrmals graben. "Volkmannsreuth anzuschließen ist aber keine große Sache", sagte Krämer.

Ein anderer Bürger wollte wissen, warum beim Abwasserbecken der Erdaushub auf einer Folie liegt und auch mit einer solchen abgedeckt ist. Krämer erklärte, dass es gesetzliche Vorschriften zum Erdaushub gebe. Dieser müsse auf Folie liegen, damit, falls er kontaminiert ist, keine Giftstoffe in den Boden dringen. Die ausgehobene Erde wird erst untersucht und kann dann entsprechend entsorgt werden.

Leitplanke versperrt die Sicht

Allen Bürgern ist die Einfahrt von Volkmannsreuth kommend auf die Kreisstraße ein Dorn im Auge. Denn hier wird den Autofahrern durch die Leitplanke die Sicht genommen. "Hier rasen manche Autofahrer auf der Kreisstraße, obwohl nur 70 Stundenkilometer erlaubt sind", warf ein Bürger ein. Krämer antwortete, dass in der Verkehrsschau vor zwei Jahren gesagt worden war: "Mehr geht nicht." Er will das Thema jedoch bei der nächsten Verkehrsschau wieder anbringen.

Wasser steht auf der Straße

Ein anderer Zuhörer beschwerte sich, dass bei Regen Wasser auf der Straße zur Kläranlage steht. Das will der Bürgermeister vom Bauhof klären lassen.