"Sie setzen sich über drei Jahrzehnte in hervorragender Weise für die Belange der Gemeinde Aufseß ein und haben sich dabei um die kommunale Selbstverwaltung sehr verdient gemacht", hieß es 2015 in der Laudatio der Regierung Oberfranken, als Bürgermeister Ludwig Bäuerlein (CSU/UW) die Kommunale Verdienstmedaille ausgehändigt bekam. Am 2. April feiert Bäuerlein seinen 70. Geburtstag und lädt zu einem offenen Empfang ein.

Der Jubilar ist ein waschechter Aufseßer, hat Starkstromelektriker gelernt und engagiert sich seit vielen Jahren für die Gemeinde. "Für mich ist das eher nervenaufreibend, denn er vergisst alles andere, wenn es um die Gemeinde geht", verrät seine Ehefrau Josefine Bäuerlein, die von einer typischen Situation im Alltagsleben der Familie erzählt: "Da hatte ich am Samstag sein Lieblingsessen gekocht, als ein Bürger kam und berichtete, dass ein großer Stein runtergefallen ist." Ihr Mann habe sich gleich aufgemacht, wollte aber schnell wiederkommen. "Das hat natürlich nicht geklappt", berichtet die Ehefrau.

Ludwig Bäuerlein war von 1984 bis 1994 Mitglied des Gemeinderats Aufseß und von 1990 bis 1994 auch Zweiter Bürgermeister. 1994 setzte er sich gegen drei Bewerber durch und wurde zum Bürgermeister gewählt.

In dieser Zeit gab es viele Projekte, die er angegangen ist. Aktuell kümmert er sich um das zweite Standbein zur Wasserversorgung. Er ließ auch mehrere Ortsteile an die Kanalisation anschließen, kümmerte sich um die Verbesserung der Energieversorgung, den Ausbau von Straßen und den Neubau von Feuerwehrgerätehäusern. Ihm liegt auch die Reinhaltung der Aufseß am Herzen.

Beiname "der Findige"

Und er hat den Beinamen "der Findige". Das erklärt Josefine Bäuerlein so: "Er findet immer einen Weg zum Wohl der Gemeinde. Und zwar einen, wo es am wenigsten kostet, wo er Fördertöpfe abschöpfen kann oder irgendjemanden, den er kennt, etwas günstiger macht."

Ludwig Bäuerlein ist seit 1996 Mitglied des Bayreuther Kreistags, seit 2008 stellvertretender Gemeinschaftsvorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Hollfeld, CSU-Ortsvorsitzender, Vorsitzender des örtlichen Fränkische-Schweiz-Vereins und Vorsitzender der "Interessengemeinschaft für besseres Fernsehen in Aufseß".

Der Jubilar hat drei Kinder und acht Enkel. "Und die sind Feuer und Flamme, wenn sie zum Opa kommen dürfen", verrät Josefine Bäuerlein. Sie erzählt weiter, dass ihr Mann alte Traktoren sammelt, gern in den Wald geht und statt fernzusehen lieber Zeitungen und Magazine liest. Außerdem setze er sich gern in ein Café und beobachte die Menschen. Zudem liebe er Baumärkte. "Er ist ausgleichend, wo ich mich aufrege", sagt Josefine Bäuerlein.

Die Verwaltungsangestellte Petra Huber beschreibt Ludwig Bäuerlein als "super Chef", der immer ein offenes Ohr für alle habe. "Er steht hinter einem und setzt sich immer für alle ein", schwärmt Petra Huber. Man könne ihn Tag und Nacht erreichen. Und weiter erzählt sie: "Er packt auch mit an. Zum Beispiel hat er Älteren geholfen, ihren Sperrmüll zu tragen, weil sie nicht konnten." Oder er habe Senioren schon mal zum Arzt gefahren.

Auch die Zweite Bürgermeisterin Maria Götz (WGSN) findet lobende Worte: "Als ich 2002 in den Gemeinderat gewählt wurde, war Ludwig Bäuerlein bereits seit einigen Jahren Bürgermeister von Aufseß. In all den Jahren war die Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Gemeinderat angenehm und harmonisch." Es gebe wohl mal Differenzen, die aber sachlich diskutiert würden. "Und bei der gemeinsamen Einkehr nach der Sitzung können alle wieder unbeschwert miteinander reden", bekundet Maria Götz. Bäuerlein habe gute Kontakte zu Ämtern und wichtigen Personen, die er für das Wohl der Gemeinde nutze. Zusammenfassend beschreibt sie den Jubilar als zuverlässigen, aufrichtigen und humorvollen Menschen, "der jederzeit für seine Mitmenschen ein offenes Ohr hat. Das macht ihn für mich so sympathisch".