Langensendelbach — Große oder kleine Sanierung? Mit dieser Frage setzte sich der Gemeinderat Langensendelbach intensiv auseinander. Hintergrund ist das kommunale Investitionsprogramm, welches den Kommunen die Möglichkeit gibt, Projekte in ihrer Gemeinde nach den Richtlinien zur Förderung von Investitionen finanzschwacher Gemeinden durchzuführen. Die Gemeinde hat sich nun entschlossen, das Rathaus energetisch zu sanieren und barrierefrei zu gestalten.


Kosten: rund 571 000 Euro

Eine Projektkostenermittlung für den Umbau des Rathauses lag den Räten in der Sitzung vor. Die Baukosten betragen komplett 571 888 Euro. Der Fördersatz liegt bei 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.
Bürgermeister Oswald Siebenhaar teilte mit, dass der geplante behindertengerechte Eingang auf der Rückseite des Rathauses aufgrund nachbarrechtlicher Einwände nicht realisiert werden kann, da die Abstandsflächen nicht eingehalten werden können. Hans Knetzger (FW) regte an, ob man dann nicht die Heizungsanlage in der Schule sanieren sollte, was Zweiter Bürgermeister Matthias Kern veranlasste, den Bau eines Aufzuges für die Galerie in der Schulturnhalle vorzuschlagen.
Jetzt händeringend Projekte für die Sanierung zu suchen, könne nur in die Hose gehen, argumentierte Jochen Düsel (CSU). "Seit Jahren diskutieren wir über einen Umbau des Rathauses. Bis jetzt haben wir nur den Einbau neuer Fenster geschafft. Wenn wir jetzt Geld investieren, dann sollten wir es richtig machen und das barrierefrei und energetisch."
Bürgermeister Siebenhaar meinte, die Geschichte des Hauses und seine zentralen Lage rechtfertigten eine Sanierung. Auch Geschäftsstellenleiter Bernd Meierhöfer verwies mit Blick auf das Gebäudeensemble Kirche-Kreuz-Rathaus, dass die Gemeinde hier in der Pflicht sei. "Wir müssen Menschen mit Behinderung die Möglichkeit geben, auch an Sitzungen des Gemeinderates teilnehmen zu können", so Siebenhaar. "Entscheiden wir uns für die große Lösung der Rathaussanierung", appellierte Jochen Düsel, "und reichen den Bewerbungsbogen für die Maßnahme ein." Dem folgte der Gemeinderat einstimmig.
Um die Förderung bewerben kann sich die Gemeinde bis zum 15. Februar, im April wird entschieden, ob Langensendelbach in die Förderung kommt.
Ebenfalls einstimmig erteilt wurde das gemeindliche Einvernehmen zum Antrag des Stammtisches Ramazotti. Dieser will den Dorfplatz am 5. Mai anlässlich seines Festes zum Vatertag nutzen. Der Antrag auf Versetzung der Wechselrichter an die Außenwand des Schulgebäudes wurde zurückgestellt und wird in der nächsten Sitzung neu behandelt.