Lucia Scheid-Nam, Georg Forster und Karl Schönberger bestreiten gemeinsam die nächste Ausstellung der Produzentengalerie für Gegenwartskunst in Burgkunstadt. "Die Zwölfte" findet nach der Vernissage am Samstag, 14. September, bis zum 29. September statt. Die Eröffnungsveranstaltung - die Einführungsrede hält Matthias Liebel, Kunsthistoriker aus Bamberg - beginnt um 17 Uhr im Beisein der Künstler, musikalisch begleitet von der Violinistin des Bamberger Kammerorchesters, Eva Hennevogl.

Gezeigt werden außerdem Skulpturen von Martina Kreismeier (Landshut), Claudia Katrin Leyh (Meiningen), Patrick Niesel (Nürnberg) und Denis Delauney (Memmelsdorf).

Heimspiel für Lucia Scheid-Nam

Die in Burgkunstadt lebende Künstlerin Lucia Scheid-Nam, die mit ihrem Mann Otto Scheid die Produzentengalerie am Schönberg betreibt, verbindet mit Georg Forster und Karl Schönberger die Tatsache, dass alle drei zu den Begründern der Landshuter Produzentengalerie (2010) gehören. Der Bamberger Kunsthistoriker Matthias Liebel bezeichnet die drei Maler deshalb nicht von ungefähr als das "Landshuter Dreigestirn" - wenngleich die Arbeiten der Künstler unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihre Werke unterscheiden sich sowohl arbeitsmethodisch, gestalterisch als auch inhaltlich deutlich voneinander.

Die Arbeiten von Lucia Scheid-Nam sind halbabstrakte und abstrakte Kompositionen mit meist stark expressiver Farbpalette. Ihre Themen sind realweltliche Beobachtungen, die sie während der Schaffensperiode - geleitet durch ihre jeweilige Gefühlsverfassung - abstrahiert und auf die Leinwand projiziert. Mehrfach, so erklärt die Koreanerin, übermale sie ihre zunächst gegenständlich gehaltenen Motive, bis sich ein faszinierender Farbenstrudel ergebe. Das Ursprungsthema bleibt dann meist nur noch rudimentär erkennbar.

Ganz anders Georg Forster, 1953 in Landshut geboren, dessen Thema die Natur ist. "Sie umgibt uns in so vielfältiger Formensprache", sagt er, "dass sie ein unerschöpfliches Repertoire darstellt". Bei ihm entstehen Motivgruppen mit bis zu 20 Bildmotiven - gegenständlich, teils fotorealistisch, und abstrakt oder Mischformen. In Burgkunstadt zeigt er seine jüngste Serie "Wasser". Muster formen sich zu abstraktem Tanz, jede Sekunde anders und doch immer gleichbleibende Wiederholung. "Ein Spiel mit meditativer Kraft, das mich in seinen Bann zieht", sagt der Künstler, den die Brechung des Lichts auf der Wasseroberfläche, die Sonnenreflexe und die Spiegelungen von Booten oder Wasserpflanzen inspirieren.

Autonome Bildelemente

Der Landshuter Karl Schönberger hingegen hat sich mit seinen Arbeiten ganz der experimentellen Malerei verschrieben. Was ihn dabei interessiert, ist nicht die sichtbare Wirklichkeit, sondern sind Farben und Formen als autonome Bildelemente, lineare Strukturen und ihre Kontraste zur Fläche. Seine Bilder nehmen keine gegenständlichen Rückbezüge. Schönberger versteckt keine Aussagen, er macht keine Gesten und keine Anspielungen. Es geht ihm ausschließlich um die Spannung zwischen Farbe und Form. Malerei ist für ihn ein "Experiment mit offenem Ausgang".