Am Donnerstag lud der CSU-Ortsverband mit der Frauen-Union, Ortsverband Kronach, zum traditionellen politischen Dreikönigstreffen in die Gaststätte Fröschbrunn. Im Fokus standen Themen der Kommunalpolitik, über die auch eine rege Diskussion entbrannte.
Ortsvorsitzende Angela Hofmann freute sich über den guten Zuspruch zum Dreikönigstreffen. Einen Schwerpunkt im Jahresprogramm 2016 werde die am 25. September stattfindende Landratswahl bilden. Zu den Veranstaltungen erwarte man auch einige Minister.
"Wir haben ein Jahr hinter uns, das mit vielen Entwicklungen verbunden war", erklärte Löffler. Entwicklungen hätten immer auch mit Veränderung zu tun und mit der Chance, neue Wege zu gehen. Im Landkreis Kronach könne man auf ein starkes Fundament aufbauen. "Wir wollen nun den nächsten Schritt gehen, um den Landkreis weiterentwickeln zu können", betonte er. Er selbst werde alles ihm Mögliche tun, um für die CSU das Landrats-Mandat zu holen.
Stadtrats-Fraktionsvorsitzender Jonas Geissler informierte über aktuelle Kronacher Stadtratsthemen. Er sei stolz, in einer Stadt zu leben, in der so viele Flüchtlinge aufgenommen worden seien. Man müsse Menschen in Not helfen. "Aber wir dürfen uns auch nicht überfordern", warnte er. Klar sprach er sich gegen die Ansiedlung von 500 Flüchtlingen im Industriegebiet aus, womit man einen neuen Stadtteil schaffen würde. Man sei zwar in der Bringschuld, Einheiten für Flüchtlinge zu schaffen - aber nicht auf einem Fleck und neben einem Verbrauchermarkt, wo sie einkauften und nicht in die Stadt gingen. "So funktioniert Integration nicht", betonte er. Als Wohnraum sollte man Leerstände nutzen beziehungsweise neue Einheiten, die man langfristig - beispielweise später für Sozialwohnungen - nutzen könne. Für 2016 habe man sich drei große Ziele gesetzt - eine bessere Vernetzung der Stadt Kronach, konzeptorientiertes Arbeiten sowie das Marketing von Kronach.


Fest im Frühsommer

Stadtverbandsvorsitzender und Kreisgeschäftsführer Bernd Liebhardt kündigte einen starken Wahlkampf "auf allen Kanälen und mit Überraschungen" an. Es gelte aber auch schon, die Bundestagswahl 2017 vorzubereiten. Zudem werde der Kreisverband Kronach 70 Jahre alt, was man mit einem Fest im Frühsommer feiern möchte. Seine Wunschvorstellung für die Unterbringung von Flüchtlingen sei dezentral mit drei Familien pro Dorf. Ein Industriegebiet sei denkbar ungeeignet.
In der Diskussion monierte Herbert Kaiser den miserablen Zustand innerstädtischer Straßen - wie beispielsweise der Festungsstraße oder Schwedenstraße, gerade auch den Bereich Einmündung Klosterbrücke Richtung Nordbrücke. "Das ist Rumpelpflaster schlimmster Art. Das Fahrradfahren in der Innenstadt ist katastrophal", ärgerte er sich. "Die obere Stadt sollte nicht asphaltiert werden", antwortete Geissler. In der unteren Stadt könne man sich - auch hinsichtlich eines barrierefreien Kronachs - sicherlich überlegen, wo und wieweit Kopfsteinpflaster Sinn mache.
Heiner Reuß sprach die Gewährleistungspflicht der Firmen in der Festungsstraße an, die die Stadt ohne eine Nachbesserung verstreichen lasse. "Die Festungsstraße ist die nächste Straße in Kronach, die saniert wird", so Geissler. Bezüglich der Gewährleistungspflicht werde man sich eine Liste von der Stadt geben lassen.
Erneut Reuß bedauerte, dass die Stadt die finanzielle Vereins-Unterstützung gestrichen habe. "Diese wurde", so Geissler, "im Rahmen der Haushaltskonsolidierung abgeschafft", da es sich um eine freiwillige Leistung gehandelt habe. Zudem sei der Verwaltungsaufwand höher als die tatsächliche Förderung. Wie er und Angela Hofmann betonten, gebe es andere Maßnahmen der Förderung - beispielsweise das Programm "Demokratie leben". Für die Verteilung von Fördergeldern habe man vom Bund über vier Jahre 50 000 Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt bekommen.
Dem Dreikönigstreffen ging ein von Pater Werner Pieper zelebrierter Jahresanfangsgottesdienst in der Klosterkirche voraus. Dabei wurde auch der verstorbenen Mitglieder gedacht.
Das Dreikönigstreffen nutzte der CSU-Ortsverband Kronach für die Ehrung zweier langjähriger, verdienter Mitglieder. Jeweils 40 Jahre halten Erich Zethner und Karl-Heinrich Gläsel dem Ortsverband die Treue.