Großes vor hat der Landkreis Kulmbach im nächsten Jahr. Im Frühjahr will man dem Partnerprozess "Gesundheit für alle" beitreten. Ziel ist eine stärkere Vernetzung im Bereich der gesundheitlichen Chancengleichheit auf nationaler Ebene, denn gerade die Erreichbarkeit von sozial benachteiligten Bürgern stelle eine große Herausforderung dar.

Auf eine Kick-off-Veranstaltung mit offizieller Urkundenübergabe folgt eine mehrwöchige Themenreihe. Für alle Personen im Landkreis soll ein geeignetes Format angeboten werden.

Mit Herzblut dabei

Eine Veranstaltung dieses Ausmaßes ist laut Annekatrin Bütterich, Geschäftsstellenleiterin der "Gesundheitsregion plus Kulmbach", allerdings nur zu bewerkstelligen, wenn neben einer gut funktionierenden regionalen Vernetzung vor allem die interne Kommunikation und Zusammenarbeit voller Herzblut gelebt wird. "Dies ist bei uns der Fall, worauf wir sehr stolz sind. Aus diesem Grund trauen wir uns solch ein Event über mehrere Wochen zu."

Ein gutes Beispiel hierfür sei das Gesundheitskompetenz-Team, dem neben Annekatrin Bütterich auch Peter Müller (Bildungskoordination für Neuzugewanderte) und Souzan Nicholson (Integrationslotsin) angehören.

Zusammen habe man festgestellt, dass es sehr viele Schnittstellen in den unterschiedlichen Projekten gebe. "Somit stand für alle schnell fest, dass Großes bewegt werden kann, wenn an einem Strang gezogen wird."

Das Konzept wurde laut Bütterich auch ausführlich mit Landrat Klaus Peter Söllner diskutiert. "Das interne Schnittstellenmanagement funktioniert, und daraus erwächst eine exzellente Zusammenarbeit, die nach innen und nach außen gleichermaßen wirkt. Ich gebe grünes Licht für die Planungen 2020", so Söllner. Ziel sei die Förderung von Gesundheitskompetenz über alle Lebensphasen hinweg. Damit wolle der Landkreis Vorreiter in Bayern, wenn nicht sogar deutschlandweit sein.

"Gute-Praxis-Beispiele"

Die Erfahrungen der Themenwochen sollen in einem Handlungsleitfaden veröffentlicht werden, der anderen Landkreisen und Städten den Zugang in die Thematik erleichtern soll. Betreut wird der Partnerprozess "Gesundheit für alle" vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Das Kulmbacher Team setzt auf ein Themenangebot, das auf die Zielgruppen zugeschnitten ist. "Gute-Praxis-Beispiele" sollen vorgestellt werden. Für Grundschüler könnte das das Theaterstück "Henriettas Reise ins Weltall" sein, das unlängst in der AOK-Direktion Bayreuth-Kulmbach angeschaut werden konnte.

Darin geht es um eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, vor allem im Hinblick auf verschiedene Kulturen, Regeln und Erziehungssysteme. Auf sehr berührende und gleichzeitig warmherzige Weise wird in Kindersprache erklärt, was Flucht und Neuanfang in einem unbekannten Umfeld bedeuten. Gemeinsam geht vieles leichter, vor allem mit einer offenen empathischen Haltung anderen gegenüber.

Marko Ahrens von der AOK-Direktion Bayreuth-Kulmbach und eine Schauspielerin standen Annekatrin Bütterich, Souzan Nicholson und Peter Müller Rede und Antwort. Für sie stand danach fest: "Wir wollen Henrietta auch nach Kulmbach bringen!" red