Im Zuwanderungszentrum in Haßfurt fand ein Tag der offenen Tür statt. Viele Menschen nahmen die Gelegenheit wahr, um sich über die neue Einrichtung zu informieren, wie das Landratsamt mitteilte. An zwei Standorten in Haßfurt - in der Brüder-Becker-Straße 42 und der Industriestraße 20 - bestehen mehrere Beratungs- und Koordinierungsstellen, die miteinander verzahnt sind.

Mit im Boot sind die Bildungskoordination für Neuzugewanderte, die Flüchtlings- und Integrationsberatung, die Integrationslotsen und die Migrationsberatung. Drei verantwortliche Träger arbeiten im Zuwanderungszentrum zusammen: der Rot-Kreuz-Kreisverband Haßberge, der Caritasverband Haßberge und der Landkreis Haßberge.

Über die Angebote der Kooperationspartner konnten sich die Besucher in der Brüder-Becker-Straße einen Überblick verschaffen. Es lockte aber nicht nur das Informationsangebot der Träger. Hinzu kamen liebevoll gestaltete Stände zu sechs Herkunftsländern. Frauen und Männer aus Syrien, Afghanistan, Äthiopien, Russland, Polen und Armenien präsentierten Wissenswertes und gaben Kostproben der dortigen Kultur.

Es war laut Landratsamt "beeindruckend, vielfältig, und manchmal ging es auch recht laut zu an dem Tag. Es gab einen regen Austausch zu den unterschiedlichen Kulturen, die Erlebnisse in den Haßbergen und die Hoffnungen, die mit der Aufnahme in Deutschland einhergehen."

Bei der Eröffnung hatte der stellvertretende Landrat Oskar Ebert deutliche Worte gefunden: "Wir heißen in unserem Landkreis die Zuwanderung willkommen", sagte er. "Ausgrenzung und Rassismus lehnen wir ab. Das friedliche Zusammenleben aller Menschen kann nur durch Austausch und Teilhabe gelingen."

"Hohe Bedeutung"

Einen besonderen Aspekt hob Anke Schäflein im Namen des Caritasverbandes in ihrer Rede hervor: "Integrationsarbeit hat nach wie vor eine hohe Bedeutung, schon alleine deshalb, weil wir dringend Fachkräfte brauchen; und viele, insbesondere junge Zuwanderer, sind gerne bereit, sich ausbilden zu lassen. Wichtig ist, dass die Rahmenbedingungen stimmen."

Karina Hauck, die den Rot-Kreuz-Kreisverband Haßberge vertrat, war gleich in doppelter Funktion anwesend: Sie stellte ihr Heimatland Russland vor; es war herauszuhören, dass ihr insbesondere Moskau am Herzen liegt, wohin sie einmal im Jahr, auch demnächst wieder, reist.

Die hauptamtliche Integrationslotsin des Landkreises Haßberge, Siza Zaby, war sichtlich stolz. So unterschiedlich die Herkunftsländer auch sind bei Musik, Kunst, Kulinarik - das gemeinsame Streben nach einem Leben in Freiheit, voll Zuversicht und Geborgenheit sind nach ihrer Darstellung die kulturellen Errungenschaften, die auf allen Kontinenten gelebt und verstanden werden. Sie bilden somit eine Basis für eine gemeinsame Zukunft in Frieden und in Harmonie, wie sie betonte. red