Der Beschlussvorschlag war sachlich und nüchtern: "Der Kreistag beschließt die Fortschreibung des Investitionsprogramms und die Bereitstellung der erforderlichen Mittel für die Realisierung des Ersatzneubaus des C3-Gebäudes am beruflichen Schulzentrum in den Haushaltsjahren 2020 bis 2023." Doch hinter diesen wenigen Worten steckt eine Riesen-Investition.

Denn der Kreistag beschloss wenige Tage vor den Sommerferien, dass am beruflichen Schulzentrum im großen Stil gebaut werden soll. 11,72 Millionen Euro wird der Landkreis in das berufliche Schulzentrum investieren. Das ist jetzt einstimmig besiegelt. Ohne Diskussion.

2400 Schüler in 117 Klassen

Schulleiter Alexander Battistella wies in der Sitzung kurz auf den Erfolgskurs der Einrichtung hin. Seine Hausaufgaben hatte der ambitionierte Mann in den vergangenen Monaten gemacht Er hatte Entwicklungen aufgezeigt, Raumprogramme entwickelt und Konzepte erarbeitet.

Im jetzt zu Ende gehenden Schuljahr wurden fast 2400 junge Leute in 117 Klassen am gesamten beruflichen Schulzentrum unterrichtet. "Das berufliche Schulzentrum ist seit den fünfziger Jahren auf Expansionskurs. Aber der Berufsschulunterricht hat sich komplett gewandelt. Wir setzen jetzt auf Lernfeldunterricht, benötigen deshalb eine engere Verzahnung von Theorie und Praxis. Aber diese Nähe können wir nur durch einen Neubau erreichen", so Battistella.

Unterrichtskonzepte der Vergangenheit sahen ganz anders aus. Man trennte Theorie und Praxis voneinander, gliederte die Schule deshalb beim Bau in Klassenräume und Werkstätten. Ein lernfeldorientierter Unterricht mit einer engen Verzahnung von Theorie und Praxis ist wegen der weiten Wege kaum möglich.

"Das, was wir hier vorhaben, ist ein ambitioniertes, aber sehr wichtiges Projekt für das Fortbestehen des beruflichen Schulzentrums", machte Landrat Kaus Peter Söllner klar. Finanziell zapft der Landkreis verschiedene Fördertöpfe an: Auf 7,11 Millionen Euro hofft man. Gleichzeitig sollen die Parkplätze am beruflichen Schulzentrum neu gestaltet und besser strukturiert werden.

Kämmerer Rainer Dippold ließ sich von den immensen Summen nicht schrecken. Denn 9,2 Millionen Euro waren im Haushalt bereits eingeplant. "Wir hatten bisher mit 3,9 Millionen Euro Eigenmitteln kalkuliert, jetzt sind wir - weil sich auch die Förderungen erhöht haben - bei 4,6 Millionen Euro. Das ist machbar", so Dippold.

Floristen sind ausgezogen

Bei den Planungen steht das Zusammenspiel von Pädagogik und Architektur im Mittelpunkt. Der Gebäudeteil, in dem bislang die Floristen untergebracht waren und der nur noch für ein Labor genutzt wird, soll abgerissen werden, ein Neubau mit einer Fläche von 2029 Quadratmetern entstehen.

Die Bruttogrundfläche liege bei 1275 Quadratmetern, erläuterte Klaus Bodenschlägel von der Kreisverwaltung. Bei den Planungen sei das sogenannte integrierte Modell zugrundegelegt worden. Lehr-, Unterrichts- und Gemeinschaftsräume seien ineinander verzahnt. Entstehen sollen drei Bauhallen und sogar eine Tiefbaugrube im Außenbereich, in denen Schüler Kanäle verlegen können.

Die Fassade wird laut Bodenschlägel aus Betonfertigteilen hergestellt. Dadurch spare man 110 000 Euro ein. Die Haustechnik konzentriere sich auf regenerative Energien wie Wärmepumpen. Die Bestandsanlage puffere nur noch Spitzenlasten ab. Dies verursache Mehrkosten in Höhe von 128 000 Euro, habe jedoch auch einen Nutzen für die Schüler.

Die Technikzentrale werde auf dem Dach angebracht. Einsparungen hier: 90 000 Euro.

Verantwortlich für die Planung sind das Architekturbüro H2M sowie die Ingenieurbüros Münch, Iplan und IBP.