Niklas Schmitt Jetzt kommt gar keine Trasse: Sowohl die P44 sowie die alternative P44mod werden nicht gebaut. Der Grund ist einfach: Die Politik ist zur Einschätzung gelangt, dass überhaupt keine neue Stromtrasse gebraucht werde. Die Variante P44 mod hätte bei Redwitz durch den Landkreis geführt. Dagegen hatte es langen und heftigen Protest gegeben. Emmi Zeulner (CSU), Bundestagsabgeordnete für Lichtenfels, teilte nun mit, dass sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und die Wirtschaftsminister der Länder Bayern, Hessen und Thüringen darauf geeinigt hätten, die Pläne nicht weiter zu verfolgen. Gemeinsam wurde der Bau der ursprünglich geplanten Trasse P44 von Altenfeld in Thüringen nach Grafenrheinfeld abgelehnt.

Der Protest hat sich gelohnt

Die alternative Trasse P44mod war auch deshalb kritisiert worden, weil sie wesentlich länger und teurer gewesen wäre als die P44. Geführt hätte sie von Altenfeld durch den Landkreis Coburg, über Redwitz und den Landkreis Lichtenfels, sowie den Landkreis Bamberg ins Nürnberger Land.

"Eine gute Nachricht für unseren Landkreis und seine Bürger", reagierte Landrat Christian Meißner (CSU) erfreut auf die Nachricht. Auch Christian Mrosek (CSU), Bürgermeister von Redwitz, das von einem Ausbau stark betroffen wäre, ist zufrieden: "Wir haben jahrelang protestiert und diese Proteste haben sich gelohnt."

Im Landkreis hatte sich das Landratsamt mit der Petition #fehlamplatz gegen die Trasse stark gemacht. Pressesprecher Andreas Grosch teilte mit, dass bis gestern etwa 2000 Bürger online ihre Stimme gegen den Bau abgegeben hätten. Wie viele in den Rathäusern unterschrieben haben, könne er allerdings nicht sagen.

Besonders eingesetzt hat sich auch Emmi Zeulner (CSU), Bundestagsabgeordnete für Lichtenfels. "Unsere Politiker haben dahinter gestanden", sagt Mrosek und betont, dass Zeulner sich stark für den Landkreis engagiert habe.

"Den Druck konnte ich nach Berlin tragen", sagt die Abgeordnete und betont: "Ich begrüße sehr, dass es aufgrund neuer Innovationen nun möglich ist, den Bedarf für die Ursprungsvariante P44 überflüssig zu machen und freue mich mit den Menschen in der Region."

Wie es weitergeht, ist indes noch offen. Die Staatsregierung teilte mit, dass beim SuedOstLink eine neue Kabeltechnologie zum Einsatz kommen soll, die keine Verbreiterung der Trassen notwendig machen soll und dennoch die Übertragungsleistung erhöht. "Die Chancen für die Erdverkabelung sind nie größer gewesen als bei den aktuellen Verhandlungen", sagt Zeulner. "Ich weiß nicht, ob sie da eine andere Lösung haben - jedenfalls nicht durch unser Gebiet", sagt Mrosek und fasst damit die wichtigste Information für den Landkreis noch einmal zusammen.