Quasi Feldforschung vor Ort betrieb Martin Wölzmüller, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege mit Sitz in München, bei seinem Besuch in Herzogenaurach und informierte sich bei Kreisheimatpfleger Manfred Welker über die Heimatpflege im Landkreis Erlangen-Höchstadt.
Vom Freistaat Bayern wurde dem Landesverein der im Artikel 141 der bayerischen Verfassung festgelegte Auftrag "Der Staat schützt die kulturelle Überlieferung" übertragen. Ein weites Feld, zählen dazu neben regionaler Forschung zu Geschichte und Brauchtum doch auch die Mundartpflege, die Denkmal- und Landschaftspflege und die Baugestaltung genauso wie die Bereiche Tracht, Volkstanz, Volkslied und Volksmusik. Der Verein ist mit einer Geschäftsstelle in München vertreten und hat zusätzlich vier Außenstellen, er veranstaltet Kulturfahrten und Tagungen.
Der Landesverein stützt sich auch auf die Heimatpfleger vor Ort, deren erster Vertreter in den 1930er Jahren in Bayerisch-Schwaben installiert wurde. Da sich diese Institution bewährte, erreichte es der Landesverein, dass dieses Modell auch in ganz Bayern eingerichtet wurde. So sind heute neben sieben hauptamtlichen Bezirksheimatpflegern rund 290 ehrenamtliche Heimatpfleger in den Landkreisen, Großen Kreisstädten und kreisfreien Städten aktiv.


Rundgang durch Herzogenaurach

Die Aufgabe der fachlichen Betreuung der ehrenamtlich tätigen Kreis-, Stadt- und Ortsheimatpfleger nimmt - mit staatlicher Unterstützung - der Bayerische Landesverein für Heimatpflege durch regelmäßige Arbeits- und Fortbildungstagungen sowie Lehrgänge und Kurse und die Bereitstellung von Informations- und Arbeitsmaterial wahr.
Außerdem gibt der Landesverein für Heimatpflege drei Zeitschriften heraus, die vierteljährlich erscheinen: "Schönere Heimat", die Aufsätze zur Heimatpflege enthält, "Der Bauberater", in dem gelungene Beispiele der Renovierung von Gebäuden, auch in Kombination mit neuen Bauteilen, publiziert werden, außerdem "Volksmusik in Bayern" mit Forschungen zur Volksmusik und Liedbeispielen. Manfred Welker hat schon Aufsätze in Publikationen des Landesvereins veröffentlicht, so zum Hopfenanbau im Aischgrund in einem Heft von "Schönere Heimat" oder zum Kellerberg in Höchstadt und der Waldcorporation Herzogenaurach-Welkenbach in der Schrift "Heimatpflege in Bayern".
Wölzmüller interessierte sich für die Situation vor Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt, für die Aktivitäten der Heimatpfleger, ihre Zusammenarbeit mit den zuständigen Abteilungen im Landratsamt, dem Zusammenwirken vor Ort in den Kommunen, mit Vereinen und Verbänden. Gerne ließ sich Wölzmüller auch die Sehenswürdigkeiten von Herzogenaurach näher bringen und sicherte die Unterstützung des Landesvereins bei Fragen der Heimatpflege zu.
Die Vorgeschichte der drei Sühnekreuze im Schlossgraben von Herzogenaurach brachte ihm Welker nahe und auch die Tatsache, dass für diese Flurdenkmäler gemeinsam mit Helmut Fischer von der Deutschen Steinkreuzforschung und Stadtpfarrer Helmut Hetzel ein neuer Standort im Umgriff der Stadtpfarrkirche St. Magdalena gefunden werden konnte. maw