Kunststoffabfälle in der Umwelt - das ist mittlerweile ein wichtiges Thema. Bei vielen Bürgern hat sich dafür eine besondere Sensibilität entwickelt. Leider nicht bei allen.

Auf eine besonders problematische Situation wurde die Stadtratsfraktion der Bamberger Allianz aufmerksam gemacht. Im Außenbereich der Kompostierungsanlage im Bamberger Hafengebiet sammeln sich Kunststoffabfälle aufgrund von "Verfliegungen" ab, teilt die Fraktion mit.

Stadtrat Hans-Jürgen Eichfelder beschreibt in der Pressemitteilung der BA-Fraktion das Problem so: Vorwiegend mit dem Bio-Abfall aus den Haushalten kommt das leichte Kunststoffmaterial (meist Reste von Verpackungskunststoffen) sowohl in den "frischen" Abfallmieten der Kompostierungsanlage wie auch bereits ausgesiebt auf eigenen Halden vor. Tritt stärkerer Wind auf, werden die Kunststoffteile weggetragen und sammeln sich zunächst im näheren Umfeld der Kompostierungsanlage an. "Wobei das Material im Nahbereich der Anlage in sichtbarer Dichte auftritt", so Eichfelder, "im Zuge weiterer Verwehungen aber weitläufig weggetragen wird." Dieses leichte Kunststoffmaterial werde dann insbesondere durch Wasserläufe schließlich auch ins Meer getragen.

BA-Fraktionsvorsitzender Dieter Weinsheimer weist darauf hin, dass nach von ihm eingeholten Informationen dieser Umweltbeeinträchtigung mit geeigneten Zaunanlagen oder mit einer vollständigen Einhausung der ausgesiebten Kleinplastikreste begegnet werden könne. "Darüber müsste mit dem Betreiber der Kompostierungsanlage gesprochen werden", meint Weinsheimer.

Verbraucher verantwortlich

Beiden Stadträten ist aber auch der Hinweis wichtig, dass für die Entstehung des Problems maßgeblich die Verbraucher verantwortlich seien. Ein wesentlicher Grund für die Vermischung von Plastikmüll mit Bioabfällen seien Fehlwürfe in den Bioabfall durch Unachtsamkeit oder Unkenntnis über die Schädlichkeit diverser Kunststoffmaterialien. So gelangen die Fremdstoffe durch die Biomüllanlieferungen in die Kompostierungsanlage. Dort treten dann die oben genannten Verfliegungen von Kunststoffresten auf.

Die BA-Stadträte haben in einem Antragsschreiben an Oberbürgermeister Andreas Starke auf das Problem aufmerksam gemacht und bitten, das Thema im Umweltsenat des Stadtrates behandeln zu lassen.

Nahezu gleichzeitig haben die BA-Stadträte Ursula Redler und Michael Bosch in einem eigenen Antrag dem Oberbürgermeister vorgeschlagen, in Bamberg wieder eine umfassende Kampagne für eine saubere Stadt durchzuführen. Sie erinnern daran, dass es vor etlichen Jahren in Bamberg eine Kampagne "Sei kein Dreckspatz!" gegeben habe. Diese Aktion wurde mit Aufklebern und Plakaten unterstützt bzw. dauernd an die Zielvorstellung erinnert. Jetzt sollte man eine erneute längerfristige und umfassende Kampagne in Erwägung ziehen, wobei heutzutage vielleicht besser der Slogan: "Sei kein Schmutzfink!" oder wie in Regensburg "Sauber bleiben" gewählt werden sollte.

"Es erscheint uns wichtig", betont Ursula Redler, "dass auch aufgrund der bisweilen ungenügenden Trennung von Plastikabfällen von Biomüll das allgemeine Bewusstsein für eine saubere Stadt und Umwelt gefördert wird." red