"Kunst bewegt und hält in Bewegung." Diese Aussage stand über dem Kunstevent und dem "Tag der offenen Tür" der Kulturgemeinde Ebelsbach-Eltmann und der Kunstschule "Ars Vivendi" in Ebelsbach. Kern der Ausstellung waren Formen der Reflexion zum Thema Bewegung in der Kunst, die zahlreiche Künstler auf ihre Leinwand gebannt hatten. Sie gaben damit auch einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen.


Bewegung - Stillstand

Die Leiterin der Kunstschule, Dozentin Gabriele Schöpplein, stellte heraus, dass sie das Thema "Bewegung" gewählt habe, ohne zu wissen, was ihr dieses Jahr bringen werde. "Es war ein Jahr mit viel Bewegung und auch Stillstand." Mit dem Wort Stillstand lenkte sie den Blick auf den Tod ihres Mannes Werner Schöpplein, der hinter ihrem Schaffen stand.
Den ganzen Tag über schauten sich Besucher aus nah und fern die Werke und die Präsentationen an - was auch für Bewegung in den Ausstellungsräumen sorgte. Dabei kamen die Betrachter mit den Künstlern ins Gespräch und machten so manches Kunstwerk erst zu dem, was es bewirken soll: die Auseinandersetzung mit dem Adressaten. Beabsichtigt wurde, dass sich der Betrachter für die Aussage des Werkes öffnet. Der Wille zum Lernen und für Neues sowie die Bereitschaft, sich selbst infrage zu stellen, sollten aus der Beschäftigung mit den Kunstwerken (Malerei, Acryl- und Mischtechnik, Objektkunst) hervorgehen.


Linien und Bewegung

Künstlerin Susanne Röder, die in Viereth lebt und arbeitet, war es ein Anliegen, beim Ausstellungsthema "Bewegung" auch die "Nichtbewegung" darzustellen. Nach ihren Worten geht das eine ohne das andere nicht. Die Bewegung zeige sich in der freien, abstrakten Malerei, erklärt sie. Eindeutige Linien stoppten auch die Bewegung und führten zu Stille und Starre. Sie zeigt auf ihr Bild mit dem Motiv eines alten Mönchs, das sie so fasziniert, dass sie es verfremdete und mit Öl und weichen Pastellfarben überarbeitet hat.


Meist aus dem Landkreis

16 Künstlerinnen und ein Künstler, vorwiegend aus dem Landkreis Haßberge und der näheren Umgebung, präsentierten ihre Arbeiten bei der Ausstellung in Ebelsbach. Die Werke wurden ergänzt durch Arbeiten aus der Jugend-Kunstschule.
Die Arbeit mit Pastellkreide begeistert inzwischen auch die 81-jährige Barbara Schott aus Steinbach, die sagt: "Malen ist für mich Bewegung für Geist und Körper". Aber auch die jüngere Generation wirkt mit. Musik machte das Duo "Felice und Roger" und die Künstlerinnen von WomenArtGroup ("Die Unbequemen") traten auf. gg