Kronach — Ein beeindruckendes Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung sowie für Toleranz und Respekt setzte am Montagvormittag die RS II. Dieser wurde in der proppenvollen Zweifachturnhalle des Schulzentrums - unter großem Applaus aller Schüler - der Titel "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" (SOR - SMC) verliehen.
Die Initiative für das Projekt war von den Schülern selbst ausgegangen und so hatten dann auch die Schülersprecherinnen Alessa Wolf und Ramona Haderlein das erste Wort. Wie diese ausführten, habe die Idee hierfür die nunmehr ehemalige Schülerin Valeska Bobreck bereits im letzten Schuljahr gehabt. Nachdem man die erforderlichen Unterschriften gesammelt hatte, habe man sich einen Paten überlegt, wobei man auf die Band "Fristlos" gekommen sei. "Einige soziale Aktionen und Projekte laufen bereits an der Schule - beispielsweise Solibrot, der soziale Tag und der Sponsorenlauf", freuten sich die beiden. Weitere sollen hinzukommen. Die Vielfalt an unterschiedlichen Menschen sei wunderschön - ein Wunder, ein Symbol für das Leben und eine große Bereicherung für uns alle.
Sehr stolz auf seine engagierten Schüler zeigte sich Direktor Uwe Schönfeld. Das Projekt sei schon vor einiger Zeit an ihn herangetragen worden. "Das ist aber nichts, das die Schulleitung der Schülerschaft vorgeben kann. Das muss von den Schülern selbst ausgehen", zeigte er sich sicher. Die RS II zeige seit jeher ein großes Herz und viel Engagement für Schwächere der Gesellschaft. Es sei gut, diesen Einsatz nun durch den Titel öffentlich darstellen zu können.
"Wir haben die Patenschaft sehr gerne angenommen", zeigte sich Andreas Fehn, Gitarrist der Band "Fristlos", gleichermaßen erfreut wie stolz über die angetragene Patenschaft. Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit seien Themen, die alle etwas angehen. "Wir haben am Freitag in Lichtenfels beim Schützenfest gespielt. Da waren auch Flüchtlinge vor Ort. Sie standen mit deutschen Jugendlichen auf den Bierbänken und haben gefeiert. Musik kennt keine Grenzen, das verbindet uns alle", freute er sich und übermittelte auch die Grüße seiner fünf Bandkollegen, darunter auch der Sängerin und ehemaligen RS-II-Schülerin Carolin Bätz. Gerne wolle man, falls es zeitlich hinhaut, einmal musikalisch beispielsweise ein Schulfest mit umrahmen.


Ein Versprechen

"Ein solcher Titel ist etwas Besonderes", erklärte Sabine Gerstner vom Bezirksjugendring Oberfranken. Ein Zeichen für Toleranz zu setzen, sei nicht selbstverständlich. "Ihr seid eine tolle Schulfamilie", würdigte die pädagogische Mitarbeiterin. Dabei betonte sie, dass der Titel keine Auszeichnung für etwas Geleistetes sei, sondern ein durch die Unterschriften gegebenes Versprechen für die Gegenwart und die Zukunft.
Mittlerweile besteht das Netzwerk bundesweit aus fast 2500 Schulen. Bayernweit gibt es über 500 Schulen und in Oberfranken tragen bereits 69 Schulen den stolzen Titel. Mit der Übergabe der Urkunde von Gerstner und Fehn an die Schule gehört diese nun auch zu dieser elitären Gruppe und darf den Titel "SOR - SMC" tragen.
Die Feierstunde wurde von den Bläserklassen der fünften und sechsten Jahrgangsstufe unter Leitung von Elke Buckreus und Axel Stumpf stimmungsvoll umrahmt. Die Verbindungslehrerin Anja Betz trug die Geschichte vom Zebra vor. Ist dieses nun ein weißes Pferd mit schwarzen Streifen oder ein schwarzes Pferd mit weißen Streifen? Keines von beiden; es ist ein Zebra mit schwarzen und weißen Streifen und das sei gut so. "Zeigt Courage. Lasst euch nicht von anderen beeinflussen. Es ist normal, dass jeder anders ist und es ist gut, dass eine riesige Vielfalt vorhanden ist", appellierte sie an die Schüler.
In diesem Zusammenhang bedankte sie sich auch für die überwältigende Kleiderspende für Menschen in Rumänien. Zudem gab sie die an diesem Tag gewählten neuen Schülersprecher bekannt. Zur 1. Schülersprecherin wurde Eva Kalamala gewählt. Ihr stehen als 2. und 3. Schülersprecherinnen Erika Scheffler sowie Leonie Himmel zur Seite. Ihr Dank sowie der von Direktor Uwe Schönfeld galt den ausscheidenden Schülersprechern Alessa Wolf, Ramona Haderlein sowie Felix Oertel für ihr riesiges Engagement. "Die Messlatte ist hoch gesetzt", erklärte Schönfeld.