Eckehard Kiesewetter Kreis Haßberge — Die Zusammenlegung von Stimmbezirken ist durchaus üblich, wenn die Dörfer eine bestimmte Größe nicht mehr erreichen. Der Markt Maroldsweisach mit seinen 28 Dörfern und Weilern beispielsweise zählt seit geraumer Zeit schon nurmehr neun Stimmbezirke. Bis zu drei Dörfer teilen sich ein Wahllokal. Das klappt gut, und das wird laut Verwaltungsleiter René Schäd auch so bleiben: "Neun Stimmbezirke reichen aus".

In Bereich Eltmann wäre allenfalls Roßstadt mit knapp 300 Wählern ein Wackelkandidat, sagt Simon Wieland, doch aktuell sieht der Mann vom Ordnungsamt keinen Handlungsbedarf, denn Lembach und Weißbrunn sowie Dippach und Eschenbach habe man schon vor der letzten Bundestagswahl zusammengelegt .

Laut Landratsamt gibt es genaue gesetzliche Vorgaben, was zu tun ist, falls am Wahltag tatsächlich weniger als 50 Wahlberechtigte im Stimmbezirk gewählt haben. Dann darf dieser Stimmbezirk nicht für sich allein ausgezählt werden. Der Inhalt der Wahlurne müsse vereint mit den Stimmen aus einem anderen Bezirk ausgezählt werden.

Im Falle Roßstadt schließt Simon Wieland diese Möglichkeit nicht gänzlich aus. Sollte die Wählerzahl gegen 16 Uhr am Wahltag noch deutlich unter der Mindestzahl 50 liegen, dann müsse wohl eine spontane Zusammenlegung mit Dippach/Eschenbach erfolgen.

Das Landratsamt mahnt

Doch die Aufsichtsbehörde am Landratsamt mahnt: "Sollte dieser Fall eintreten, führt das zu immensen Zusatzarbeiten am Wahltag bei den Gemeinden und der Stimmkreisleitung", sagt Michael Schor, der im Landratsamt als Sachbearbeiter im Bereich Kommunalwesen wirkt. Die vor der Wahl festgelegte Einteilung der Stimmbezirke stimme dann nicht mehr. "Dies hat auf viele verschiedene Sachen Auswirkungen, die dann kurzfristig und unter dem ,Wahlstress' noch zusätzlich bewältigt werden müssten".

Solch ein Fall brächte Menschen und Computerprogramme und das Auswertungssystem durcheinander und könnte schlimmstenfalls dazu führen, dass eine Wahl anfechtbar wird.

"Für mich ist das nicht ganz nachvollziehbar", hinterfragt Thomas Ringeisen, Leiter des Ordnungsamtes bei der Stadt Haßfurt, die gesetzliche Mindestzahl: "Wie soll ich bei vielleicht 40 Stimmen sagen können, wer wie gewählt hat?"

Doch in der Kreisstadt stellt sich das Problem nicht. Dort bleibt alles wie gehabt. Eine Zusammenlegung wäre laut Ringeisen schon deshalb problematisch, weil die Wege zwischen den Stadtteilen zu weit sind. Doch für die Europawahl im kommenden Jahr kündigt er eine Überprüfung an: "Da könnte ich mir vorstellen, dass kleine Einheiten zusammengelegt werden müssen."

Die Verwaltungsgemeinschaft Hofheim, zu der die Gemeinden Aidhausen, Bundorf, Burgpreppach, Riedbach und Ermershausen zählen, hat vor Jahren bereits mehrere Wahllokale zusammengefasst. So sieht Oliver Hesse als Wahlleiter für die Landtagswahl keinen Handlungsbedarf. Erst danach werde man sich Gedanken über mögliche Neuregelungen machen.