"Lichtenfels ist eine bunte Stadt, die von ihrer Vielfalt lebt", sagte Bürgermeister Andreas Hügerich zu Beginn des Konzertes in der Stadthalle. Und es wurde für die circa 350 Besucher ein Abend, den sie so schnell nicht vergessen werden. Zu Gast in der Korbstadt war das symphonische Blasorchester "Harmonie St. Aemiliaan" aus Kerkrade in Holland. Zusammen mit dem Kreisorchester Lichtenfels bot es symphonische Blasmusik vom Feinsten.
Moderator Heinz Fischer sprach zu Beginn von einem erlesenen Programm. Und er sollte damit recht behalten.
Den ersten Höhepunkt bot das Kreisorchester Lichtenfels unter der souveränen Leitung von Dirigent Christian Stenglein mit der Bildkomposition "Der Magnetberg" des Schweizer Komponisten Mario Bürki. Gefühlvolle Trompeten- und Klarinetten-Klänge und ein in ein nichts verklingender Windhauch, den die Musiker ohne Instrumente mit ihren Lippen erzeugen, lassen die ganze Halle einen Moment lang geräuschlos erscheinen. Der erste Satz der Komposition "The Land of Zarathustra" schloss sich daran an. Der Marsch "Jubelklänge" von Ernst Übel aus Klingenthal wird in Musikerkreisen auch als "eine klingende Kostbarkeit" bezeichnet. Und so ging das Kreisorchester auch damit um. In eine ganz andere Art von Musik begab sich das Kreisorchester mit dem Titel "Dont stop me now" der Popgruppe Queen, den Moderator Heinz Fischer gekonnt ins Fränkische übersetzte: "Lous Laaf". Philipp Gerlicher, gerade noch am Xylophon, brachte an der "Schießbude" (Schlagzeug) die rockige Note dazu ein.
Und dann erfuhr das Wirken von Percussion-Spezialist Gerlicher seinen Höhepunkt: Mit seinem kongenialen Partner Tobias Basedow machte er die Stadthalle zu einem Zirkuszelt. Mit dem Bravourstück "Zirkus Renz" versetzten sie am Xylophon in atemberaubendem Tempo und filigraner Technik das mitklatschende Publikum in Begeisterung. Ruhiger ging es beim letzten Beitrag des Kreisorchesters mit dem Titel "Rest" von Frank Ticheli zu.
Nach kurzer Pause hatte sich das Orchester St. Aemiliaan aus Kerkrade formiert. Unter ihrem Dirigenten Txemi Etchevarria brannten die 50 Musiker ein wahres Feuerwerk symphonischer Blasmusik ab. Das Publikum war begeistert. Nach dem Dankesworten von Kreisvorsitzenden Horst Sünkel und dem Austauch von Erinnerungsgeschenken gab es noch eine weiteren Höhepunkt. Der holländische Marsch "Kankstad-Mars" und der Frankenlied-Marsch wurden in einem Zusammenspiel beider Orchester in einem fantastischen Finale von über 120 Musikern intoniert und vom Publikum mitgesungen. rdi